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ludwigslust : Wettstreit der Talente mit Kontrabass

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Beim 9. Internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb in Ludwigslust nehmen 52 Musiker teil

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Der junge Mann streicht mit dem Bogen über die Saiten seines Kontrabasses, entlockt dem Instrument mit einer für Laien bewundernswerten Leichtigkeit wunderbare Klänge. Vor der Jury im Mehrgenerationenhaus Zebef am Alexandrinenplatz musizierte gestern Mittag José Trigo. Der 18-jährige Portugiese gehört zu den 52 Teilnehmern des 9. Sperger-Wettbewerbs.

Der Internationale Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerb für Kontrabass kehrt nach achtjähriger Pause nach Ludwigslust zurück. Seit 2010 fand er in Andernach (Rheinland-Pfalz) statt, wie der Präsident der Internationalen Sperger-Gesellschaft, Klaus Trumpf, mitteilte. Vom 8. bis 15. Mai sind in Ludwigslust, wo Sperger 23 Jahre lang in der Hofkapelle des Herzogs wirkte, Nachwuchsmusiker aus aller Welt zu Gast.

Und dazu gehört auch José Trigo, der in Porto zu Hause ist. Nach 20 Minuten ist für den jungen Mann das Vorspielen vorbei. Die international besetzte Jury mit angesehenen und erfahrenen Kontrabassisten aus Europa und Amerika hat sich eifrig Notizen gemacht und quittierte den Auftritt des jungen Mannes mit Beifall. Vorgetragen hat er Stücke bekannter Komponisten wie Johann Matthias Sperger, Wolfgang Wagner und Giovanni Bottesini. Johann Matthias Sperger (1750-1812) war ein großer Sohn der Stadt Ludwigslust. Er galt als einer der besten Kontrabassisten seiner Zeit. Außerdem komponierte er mehr als 40 Werke für Kontrabass.

„Ich bin zum ersten Mal hier in Ludwigslust“, sagt der junge Mann aus Portugal in gutem Deutsch. „Ich freue mich auf den Wettbewerb, obwohl die Konkurrenz groß ist“, so der junge Musiker, der sich seit rund sieben Jahren dem Kontrabassspiel verschrieben hat. José Trigo selbst stammt aus einer musikalischen Familie, seine Schwester spielt Flöte, unterrichtet Musik an einer Schule in Portugal. Josés Bruder spielt Geige und er selbst lernte zunächst Bassgitarre, ehe er zum Kontrabass wechselte. Und wie kam es nun dazu, das Fach zu wechseln? „Mein Vater wünschte sich, dass sein Sohn Kontrabass spielt“, schmunzelte der junge Mann, der seit Oktober in Mannheim Musik im Fach Kontrabass studiert und erst einmal seinen Bachelor machen will.

Am Sonnabend ist er mit den anderen jungen Musikern, darunter viele aus Japan und China, in Ludwigslust angekommen und er hofft, dass sein Auftritt vor der Jury noch nicht der letzte war.

Am morgigen Donnerstag geht der Wettbewerb in die zweite Runde, und José hofft, dann noch dabei zu sein. „20 Teilnehmer werden maximal in der 2. Runde antreten“, so Stefan Hempel, Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und Vorsitzender der Wettbewerbs-Jury. „Aus diesem Teilnehmerfeld werden dann drei Finalisten ermittelt, die am Sonntag im Goldenen Saal des Schlosses Ludwigslust mit Orchester ihren großen Auftritt haben und um den Sieg wetteifern“, so der Jury-Vorsitzende, dessen Fachgebiet eigentlich Violine ist, der aber als Fachfremder den Vorsitz der Jury inne hat, um eine Beeinflussung der Fachurteile zu umgehen. „Wir haben aktuell sehr viele junge Leute aus Asien im Wettbewerb. Vor allem in China, aber auch in Japan und Südkorea wird sehr viel getan, um junge Talente umfassend zu fördern, mehr als bei uns in Deutschland. Da haben wir bei uns noch Nachholebedarf.“

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