Breitbandausbau : Wettlauf um schnelles Internet

Erste Antragsfrist für Mittel aus neuem Förderprogramm für Breitband endet am 21. Dezember / Landkreis will für Gemeinden aktiv werden

23-11367782_23-66107803_1416392139.JPG von
12. November 2015, 14:12 Uhr

Große Teile des Landkreises könnten in den nächsten drei Jahren mit schnellem Internet versorgt werden. Telekommunikationsanbieter haben in Markterkundungsverfahren entsprechende Ausbauabsichten signalisiert. Das sagte Joachim Müller, Fachdienstleiter Regionalmanagement beim Landkreis Ludwigslust-Parchim, auf der jüngsten Sitzung des kreislichen Wirtschaftsausschusses.

Doch es bleiben weiße Flecken – Gebiete, für die kein Anbieter einen Breitbandausbau plant, weil dieser wegen der geringen Zahl potenzieller Nutzer nicht wirtschaftlich wäre. Diesen weißen Flecken soll mithilfe des Bundesprogramms für den Breitbandausbau zu Leibe gerückt werden. Dabei will der Landkreis nun mit den und für die betroffenen Gemeinden tätig werden. So haben es die Ausschussmitglieder einstimmig beschlossen. „Der Landkreis soll als Antragsteller agieren, damit nicht so viele kleinteilige Maßnahmen beantragt werden müssen“, so Joachim Müller. Was bei den Interessenbekundungen im Landkreis weiß geblieben ist, solle zu geeigneten größeren Fördergebieten zusammengefasst werden. Eines davon soll noch für das kommende Jahr an den Start gebracht werden. „Annahmeschluss ist der 21. Dezember“, so Müller. Zwei weitere Gebiete könnten in den beiden anderen Jahren des dreijährigen Programmzeitraums folgen.

In welchen Gebieten konkret Telekommunikationsanbieter eigenwirtschaftlich schnelles Internet ausbauen wollen und wo sich die weißen Flecken befinden, verriet der Fachdienstleiter nicht. Aus Datenschutz- und Wettbewerbsgründen.

Die öffentliche Hand soll den Breitbandausbau in den nicht versorgten Gebieten nicht komplett zahlen, sondern nur die Wirtschaftlichkeitslücke schließen. Pro Fördergebiet wäre dafür theoretisch ein Zuschuss von bis zu 14 Millionen Euro denkbar, wenn man als finanzschwacher Landkreis von einer 70-prozentigen Förderung und der Maximalsumme ausgeht, so Müller. Den Rest müssen die Kommunen aufbringen, die mit Breitbandinternet versorgt werden. Allerdings sei noch eine zusätzliche Landesförderung im Gespräch.

Dem Landkreis selbst entstehen auch Kosten – allerdings nur für die Stelle eines sogenannten Breitbandkoordinators. Das nickten die Ausschussmitglieder mit ihrem Beschluss ebenfalls ab. Ausschussvorsitzender Christian Geier (CDU) hatte zuvor die Dringlichkeit deutlich gemacht. „Es ist ein Windhundrennen. Je früher wir Anträge stellen, umso größer ist die Chance, Fördermittel zu bekommen.“ Denn eines ist schon jetzt Fakt. Die bundesweit rund 2,3 Milliarden Euro, die für den Breitbandausbau zur Verfügung gestellt werden, werden nicht reichen, um das Land tatsächlich flächendeckend mit schnellem Internet zu versorgen. Und so werde das Thema den Landkreis auch nach Ablauf der dreijährigen Förderperiode noch beschäftigen, so Müller. Dann müsse man möglicherweise auch über das Betreibermodell nachdenken, bei dem der Landkreis mit den Gemeinden oder Gemeinden miteinander Zweckverbände oder Gesellschaften gründen, die ein Glasfasernetz bauen und anschließend an Telekommunikationsanbieter verpachten.

Christian Geier appellierte an die Kommunen, bei Tiefbauarbeiten immer gleich Leerrohre für Glasfaserkabel mit zu verlegen. Der Aufwand dafür liegt nach Aussage von Joachim Müller bei einem Promille der Gesamtbausumme. Wird später gebuddelt, nur um eine Internetleitung zu verlegen, machen allein die Tiefbauarbeiten 75 Prozent der Kosten aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen