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Ludwigsluster Tageblatt

14. Dezember 2017 | 03:43 Uhr

Neu Kaliss : Wetterhahn wieder aufgerichtet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Rettungsaktion auf der Neu-Kalisser Kirche gelang dank vieler Helfer rechtzeitig vor dem Landeserntedankfest

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 10:36 Uhr

Mit strahlendem Kupferkorpus zeigt der Wetterhahn auf dem Kirchturm in Neu Kaliß wieder die Windrichtung in gewohnter Art und Weise an. Kaum jemandem fällt mit bloßem Blick auf, dass der Hals des bronzenen Federviehs mit Platten verstärkt wurde, damit der Hals des Windanzeigers nicht erneut bis zur Brust abknickt.

Den Hauptschuldigen für den abgeknickten Hahnenhals war nicht beizukommen. Pastorin Schröder hatte immer wieder beobachtet, dass selbst größere Vögel den Kamm des Bronzevogels nur zu gern als Sitzgelegenheit nutzten. Selbst Bussarde setzten sich dort nieder, um ihren Jagdbereich zu beäugen. Reichliche Kotspuren unterhalb des Windanzeigers zeugen davon. Letztlich könnten Windböen das Abknicken begünstigt haben, mutmaßten Zuschauer der Rettungsaktion.

Der erbärmliche Anblick des Hahnes in 25 Metern Höhe hatte die Neu-Kalisser Pastorin bereits seit längerer Zeit gestört. Dieser Zustand drohte sogar bis zum Festgottesdienst zum Landeserntedankfest Mecklenburg-Vorpommern, das vom 3. bis 5. Oktober in der Gemeinde gefeiert wird, anzudauern. Über kirchliche Wege war aus finanziellen und zeitlichen Gründen keine Abhilfe zu erreichen, war von Gemeindebürgermeister Burkhard Thees zu erfahren. Eine Reparatur mit der dazu notwendigen Technik hätte gute 3000 Euro aus der Kirchenkasse verschlungen. „So viel Geld haben wir aber nicht. Das muss anders funktionieren“, hoffte Pastorin Schröder auf eine pfiffige, schnelle und kostengünstige Lösung.

Die kam spontan vorrangig von Menschen aus der Kirchengemeinde. Ratsherr und Bauunternehmer Frank Allers aus Heiddorf, die Geschäftsführung der MFM-Agrargenossenschaft Neu Kaliß, das Vermessungsbüro Jansen aus Neu Kaliß und der Polzer Dachdeckerbetrieb Linke machten gemeinsam die Rettungsaktion möglich.

Eigens um die Kirchturmspitze und den darauf befestigten Wetterhahn zu erreichen, wurde ein mächtiger Kranwagen heranbeordert. In einem Arbeitskorb sicher angeleint ging es für das Rettungsduo Frank Allers und Christian Linke in schwindelerregende Höhe. Der Versuch, den Hahn von der Befestigung zu lösen, musste aufgegeben werden. Drehen war möglich, ihn schnell mal abheben nicht. Mit Akku-Schrauber, Nieten und kupfernen Blechen gelang schließlich das Vorhaben, den Hals des Neu-Kalisser Wetterhahns zu richten und zu stabilisieren. So erhielt der durch Wind und Wetter gealterte Gockel gleich noch ein in der Sonne gülden glänzendes Aussehen.




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