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Landeswild- und Fischtage in Ludwigslust : Werbung für Wild aus der Region

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Dem Verbraucher Wildbret und Fisch als gesunde Produkte aus MV nahezubringen und zu zeigen, wie man sie verwenden kann, war ein Anliegen der Landeswild- und Fischtage, die am Wochenende in der Lindenstadt stattfanden.

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erstellt am 08.Sep.2013 | 06:52 Uhr

Ludwigslust | Axel Jehring setzt das Messer an und zieht es gefühlvoll zwischen Fleisch und Knochen hindurch. Wenige Augenblicke später ist das Schulterblatt freigelegt. Dann schneidet er noch ein paar Sehnen heraus. Fertig. "Aus diesem Stück kann ich jetzt einen kleinen Rollbraten zubereiten", sagt der Fleischermeister vom Wildverarbeitungsbetrieb des Forstamtes Schildfeld. Am Sonnabend schwingt er Messer und Säge auf dem Ludwigsluster Schlossplatz, um ein Stück Rehwild fachgerecht zu zerlegen und für die Küche vorzubereiten - und hat dabei viele interessierte Zuschauer.

Dem Verbraucher Wildbret und Fisch als gesunde Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern nahezubringen und zu zeigen, wie man sie verwenden kann, war ein Anliegen der Landeswild- und Fischtage, die am Wochenende in der Lindenstadt stattfanden. "Wildbret und Fisch sind hochwertige Nahrungsmittel und - gut zubereitet - auch eine Delikatesse", hatte Peter Röhe, Referatsleiter Forst im Schweriner Landwirtschaftsministerium, zur Eröffnung der 13. Auflage des Marktes gesagt. Doch während statistisch gesehen jeder Deutsche 88 Kilogramm Fleisch pro Jahr esse, seien es 16 Kilogramm Fisch und nur ein Kilogramm Wildbret. "Da ist Entwicklungspotenzial." Um in den Wäldern des Landes einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten, brauche das Wild jedoch auch Ruhe. "Mecklenburg-Vorpommern hat als einziges Bundesland die Jagdzeit verkürzt", so Röhe.

Keine 50 Meter von den Schildfelder Wildverarbeitern entfernt, öffnet Hans-Werner Thomas von der Fischerei & Räucherei Alt Schwerin seinen mobilen Räucherofen. Neben reichlich Rauch steigt auch verführerischer Fischduft auf. Thomas nimmt eine Handvoll Buchenspäne und wirft sie in den Ofen. Mit Maränen, Saibling und auch Stör aus eigener Aufzucht ist der Fischer nach Ludwigslust gekommen. "Die Tage sind eine gute Gelegenheit zu zeigen, was wir machen", sagt er. "Und sie sind auch gut für den Tourismus. Ich habe heute schon mit einigen auswärtigen Gästen gesprochen, unter anderem aus Oldenburg." "Haben Sie auch Aal", fragt plötzlich eine ältere Dame. "Der hat vergangenes Jahr so gut geschmeckt." Ihr Weg zu den Landeswild- und Fischtagen ist jedoch nicht weit gewesen. Brigitte Jung ist in Ludwigslust zu Hause. "Wir sind jedes Jahr dabei. Die Fischräucherei reizt mich besonders, aber man kann auch die Musik genießen und die eine oder andere nette Kleinigkeit kaufen." Dieses Mal gibt sie ihr Geld aber (fast) nur für Aal aus. "Bis zum Kaffee bleiben wir bestimmt noch hier", sagt ihre Begleiterin Angelika Jörß aus Techentin und dann schlendern beide davon.

Im Hintergrund haben derweil die Casting-Spezialisten des Sportanglervereins Ludwigslust ihre Wettkampfbahn aufgebaut. Mit seiner Angel in der Hand steht Florian Sabban an der mit einem Holzstück gekennzeichneten Zehn-Meter-Linie. Er lässt das weiße, 7,5 Gramm schwere Pendel einmal hin- und herschwingen, dann wirft er nach vorn ab und zupft ein bisschen an der Schnur. Zehntelsekunden später landet das Pendel mit einem deutlich vernehmbaren Scheppern im Zielfeld. Es ist eine 10, die durch eine Metallplatte besonders gekennzeichnet ist. Kein Zufall. Immerhin ist der junge Ludwigsluster in diesem Jahr dreifacher Deutscher Meister im Casting-Sport geworden. Der erste Dreifach-Sieger seit 1989. Seit gut zwei Jahren trainiert er bei Dietwald Mann und Waltraud Mann, der Jugendwartin des Vereins. "Wer gut beim Casting ist, ist auch gut beim Angeln", sagt Dietwald Mann. "Er muss nicht warten, bis ein Fisch an seinem Haken vorbeikommt, sondern kann den Haken genau dorthin werfen, wo der Fisch ist." Diesen Vorteil kann auch Christian Kruse aus Picher nutzen, der die Kunst des Castings mit der Angel gemeinsam mit Florian und anderen Mitgliedern des 1926 erstmals erwähnten Sportangelvereins vorführt. Zwölf Kinder und Jugendliche gehören mittlerweile zur Trainingsgruppe, die sich einmal pro Woche trifft.

Jagdhornbläser, Falkner und Jagdgebrauchshundezüchter, Felle, Mützen und mobile Hochsitze, Wildburger, Räucherfisch und Wildgulasch - am Wochenende gab es auf dem Schlossplatz jede Menge zu sehen, zu hören und zu genießen. Eine gelungene Werbung für Wildbret und Fisch aus der Region.

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