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Ludwigsluster Tageblatt

19. Oktober 2017 | 05:52 Uhr

Wöbbelin : Wer will, kriegt auch Tomaten-Eis

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Auf Hof Denissen verarbeiten Daggi Bachert und Gabi Eggert täglich etwa 200 Liter frische Milch zu Eis und kreieren mit ihrer Chefin ständig neue Sorten

Gabis „Milchtaxi“ rollt gewöhnlich früh um sieben Uhr über den Hof. Die Hinfahrt zum Stall ist für Gabriele Eggert noch ein Kinderspiel. Beschwerlich ist die Rückfahrt. 200 Liter frisch gezapfte Milch plätschern dann in dem Kesselwagen, den Gaby Eggert nur mit großer Anstrengung über das Beton-Pflaster zurück in die kleine Eisfabrik bugsiert. Kalt ist es an diesem Morgen. „Hätte ich mir mal die Handschuhe angezogen“, scherzt Gabi Eggert.

In der kleinen Eisfabrik läuft zur selben Zeit schon der Mixer. Dagmar Bachert rührt die Zutaten für das Zitronen-Eis zusammen. Basilikum, Zitronensaft, Zucker und Bindemittel.

Die beiden „Eis-Feen“, so werden sie von ihrem Chef Rudi Denissen nur genannt, sind ein eingespieltes Team und von Anfang dabei. Vor fünf Jahren hatten Denissens in Neustadt-Glewe die Alte Post gekauft mit der Idee, die Räume für ein Eiscafé zu verpachten. „Wir haben aber keinen passenden Pächter gefunden“, erzählt Michaela Denissen. „So kam die Idee auf, das allein zu machen. Und was liegt näher, als dafür das Eis mit Milch der eigenen Kühe selbst zu produzieren. In einem Crash-Kurs auf der Eisfachschule Werl im Ruhrgebiet lernten Michaela Denissen und Gabi Eggert das Einmal Eins der Eisproduktion und starteten als zertifizierte „Eis-Diplomer“ ihre ersten Versuche in Wöbbelin. Heute, vier Jahre später, produziert der kleine Betrieb Eis für die zwei eigenen Cafés in Neustadt-Glewe und Ludwigslust, für etliche Restaurants in der Region und für die drei mobilen Eis-Theken, mit denen der Hof an den Wochenenden zu Veranstaltungen im ganzen Norden fährt.

Bestimmt zweihundert Eissorten haben die Eis-Feen in der Zwischenzeit gemeinsam mit ihrer Chefin kreiert. „Wir haben viele Ideen und lassen nichts unversucht“, sagt Michaela Denissen. Selbst Spargel, Tomaten und Gurken haben es schon ins Eis geschafft. „Aber nur bis zum Verkoster. Tomate und Spargel kamen gar nicht gut an“, sagt Michaela Denissen. Ob Ingwer, Chili, Rosmarin, Tonkabohne, Hanfgetreide, Quinoa, Basilikum oder Aloe Vera – jedes Jahr testen die Wöbbeliner neue Kombinationen. Welches Eis am besten schmeckt, liegt nicht nur an den Zutaten, sondern auch am Wetter. Nuss-Sorten gehen bei Kälte gut. An heißen Tagen sind es fruchtige Sorbets. Eisfahrer Dirk Baumgart, der täglich die Restaurants beliefert und im Sommer im Eiswagen steht, weiß, was immer geht: Schoko-Vanille – der Klassiker eben.

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