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dömitz / vielank : Wer radelt mit zum Weltrekord?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Interessengemeinschaft Pro Radweg wirbt für den Guinessbuch-Rekordversuch und sucht Busunternehmen für Transport zur Elbe

Lübtheen, Vielank, Benz, Woosmer, Neu Jabel... Jeden noch so kleinen Ort zwischen Lübtheen und Heidhof wird Heiko Bäuch in diesen Tagen abfahren. Unterm Arm einen dicken Stapel mit Werbeplakaten für die „Weltweit längste fahrende Radlerkette“. Als der Mann aus Vielank von dem geplanten Weltrekordversuch am 4. Mai in Dömitz erfuhr, war sofort klar, dass nicht nur er mitfahren wird, sondern auch die vielen Mitstreiter der Interessengemeinschaft „Pro Radweg L06“. Die Warnwesten für die Anfahrt hat Heiko Bäuch schon bestellt. Die sind auch nötig, denn wer aus Richtung Lübtheen mit dem Fahrrad anreist, muss einen Abschnitt auf der L06 ohne Radweg zurücklegen. Und wie gefährlich der ist, haben viele Mitglieder der IG schon selbst erlebt. Bernd Saeland aus Vielank zum Beispiel. Er fährt jeden Tag nach Jessenitz zur Arbeit und wurde vor Jahren von einem Lkw erfasst. Er und seine Frau waren dabei in den Graben geschoben worden. „Wir hatten Glück im Unglück“, sagt er heute. „Schädelhirntrauma und Schulterbruch - alles ist wieder verheilt.“ Für ihn ist der Weltrekordversuch vor allem auch eine Protesttour gegen die noch immer bestehende Radweglücke zwischen Schwerin und Elbe. „Alle sprechen von Metropolregion Hamburg und Touristenattraktion Elberadweg, und dann schaffen es die Politiker nicht, diese eine Lücke zu schließen?“ Heiko Bäuch von der IG „Pro Radweg“ will nicht nur die Interessengemeinschaft mobilisieren, sondern auch Sportvereine, Feuerwehren, Familien und Fahrradclubs. „Wenn das Wetter mitspielt und an die tausend Radler kommen, dann wird das ein unvergesslicher Tag.“

Genau 917 Fahrradfahrer müssen am Sonntag, 4. Mai, an der Festung in Dömitz starten, die Brücke überqueren und dann schön dicht hintereinander „wie auf einer Kette aufgefädelt“ bis ins Ziel nahe Damnatz fahren. „Die Kette ist die große Herausforderung“, sagt Sandra Junge, Touristmarketing-Fachfrau aus der Samtgemeinde Elbtalaue. „Wenn sie reißt, dann ist der Weltrekordversuch futsch.“ Und reißen kann die Kette schnell, wie es Sandra Junge erst kürzlich während einer Testfahrt mit 40 Radlern auf der Strecke merkte. „Nach rechts und links gucken ist riskant“, sagt sie. „Da verliert man schnell den Anschluss.“ Wird der Maximalabstand von zwei Metern überschritten, melden sich die Streckenposten und der bestellte Notar muss den Versuch für ungültig erklären. „Auch nicht schlimm“, findet Sandra Junge. „Dann wissen wir, wie es geht und machen es im nächsten Jahr besser.“

Damit auch möglichst viele von der Mecklenburger Elbseite mitradeln können, sucht Bäuch jetzt die Hilfe eines Busunternehmens. Denn viele Radler möchten sich die Anfahrt ersparen, und erst in Dömitz auf die Räder steigen. „Für die Räder bekommen wir von Firmen Transporter gesponsert“, sagt Bäuch. „Für die Menschen bräuchten wir einen Bus.“ Unterstützer können sich bei ihm unter Telefon 01739578491 melden. Auch wer mitradeln will, sollte sich vorher anmelden. Im Internet oder telefonisch (05862-969720).

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erstellt am 10.Apr.2014 | 12:00 Uhr

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