Vellahn : Wer hilft bei Cybermobbing?

Landwirtschaftsminister Till Backhaus machte sich  höchstpersönlich ein eigenes Bild von dem deutschlandweit einmaligen Projekt.
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Landwirtschaftsminister Till Backhaus machte sich höchstpersönlich ein eigenes Bild von dem deutschlandweit einmaligen Projekt.

Jessenitzer Ausbildungswerk geht mit Präventionsprojekt an die Schulen / Workshop „Medienkompetenz statt Mediengewalt“ an der Vellahner Schule beendet

svz.de von
24. März 2014, 16:53 Uhr

Es klingelt zum Unterricht. Die Schüler schalten ihr Handy noch rasch auf lautlos oder bestenfalls komplett aus. Genau 45 Minuten später endet mit dem Klingelzeichen die Unterrichtsstunde und bevor die Kinder und Jugendlichen den Klassenraum verlassen, wird noch schnell ein Blick auf das Smartphone geworfen, schließlich könnten ja zwischenzeitlich neue Nachrichten per WhatsApp oder auf Facebook eingegangen sein.

Ein immer wiederkehrendes Prozedere an zahlreichen Bildungseinrichtungen, an denen es kein vollkommenes Handyverbot gibt. Allerdings birgt dieser Trend, immer und überall erreichbar zu sein und sich über die sozialen Netzwerke auszutauschen, nicht zu vernachlässigende Gefahren, die Gegenstand eines Projektes für die sechsten Klassen der Regionalen Schule mit Grundschule in Vellahn waren. Mit dem Workshop „KITZ 2.0 – Medienkompetenz statt Mediengewalt“ gaben Florian Schriefer und Peter Tiedemann vom Jessenitzer Aus- und Weiterbildungsverein den zwanzig Jungen und Mädchen die Möglichkeit, ihre Mediennutzung kritisch zu betrachten, Hintergründe und Fakten des World Wide Web zu verstehen und sich mehr Wissen im sicheren Umgang im Netz anzueignen. „Mit unserem Projekt KITZ (Kinder, Internet, Technik, Zukunft) wollen wir die Kinder und Jugendlichen für einen sinnvollen Umgang mit den mittlerweile immer größer werdenden Medienangeboten sensibilisieren und sie auf die Gefahren im Umgang mit ihnen hinweisen“, sagt Projektleiter Florian Schriefer. Angesichts der Tatsache, dass laut zahlreicher Studien etwa ein Drittel der Schüler bereits von Mobbing-Attacken im Netz betroffen waren oder noch sind, kommt dieser Thematik eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu.

Was ist Cybermobbing? Wer kann mir helfen, wenn ich gemobbt werde? Woran erkenne ich, dass jemand gemobbt wird? Wo verläuft die Grenze zwischen normaler Lästerei und Cybermobbing, also dem systematischen Fertigmachen von Mitschülern im Netz? Das ist nur eine kleine Auswahl aus dem umfangreichen Fragenkatalog, der von den Jungen und Mädchen in der vergangenen Woche bearbeitet wurde. „Für uns kommt Facebook noch nicht in Frage“, erzählen die Geschwister Sophia und Hanna Krüger bereitwillig, „schließlich haben wir viel zu viel Angst, dass wir Opfer von Cybermobbing werden.“

Auch wenn sich die beiden Sechstklässler nicht ewig dem Thema Facebook und Co verwehren werden, dann haben sie doch durch das Projekt „KITZ“ eine Reihe von Tipps und Hinweisen verinnerlichen können, um sich vor den negativen Auswirkungen der sozialen Netzwerke schützen zu können. „Wir haben schon lange nicht mehr mit solch kontakt- und diskussionsfreudigen Jungen und Mädchen zusammenarbeiten dürfen“, sind Florian Schriefer und Peter Tiedemann voll des Lobes für die Sechstklässler.

Das Projekt „KITZ 2.0“ ist mittlerweile bis weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und schon jetzt für das laufende Kalenderjahr vollkommen ausgebucht. Landwirtschaftsminister Till Backhaus machte sich höchstpersönlich ein eigenes Bild von dem deutschlandweit einmaligen Projekt. „Mich begeistert es sehr, dass die Schüler so emsig an der Thematik gearbeitet haben“, so der Minister, während er den Teilnehmern ihre Zertifikate aushändigte.


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