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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 20:42 Uhr

Ludwigslust : Wenn die Kugeln fliegen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Verstoß gegen das Waffengesetz: Ludwigsluster Polizei musste wegen Softairs in den vergangenen beiden Wochen viermal ausrücken

von
erstellt am 26.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Sie ballern aus Fenstern, über Gartenzäune oder im Wald. Und denken offenbar: Es ist ja erlaubt. Ist es aber nicht. Die Rede ist von Softairwaffen. Die Ludwigsluster Polizei musste in den vergangenen zwei Wochen insgesamt viermal ausrücken, weil unerlaubt mit solchen Waffen durch die Gegend geschossen wurde. Nicht das erste Mal in der Region. Bereits im Frühjahr hatte die Polizei in Ludwigslust nach Schüssen aus einem Fenster ein Waffenlager ausgehoben und dabei Softairs beschlagnahmt.

Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust, sagt: „Jetzt gab es Vorfälle mit Softairwaffen in Ludwigslust, Grabow, Prislich und Warlow. In allen vier Orten ging es um Verstöße gegen das Waffenrecht.“

Das Problem ist nämlich, dass Softairs, die meist Kugeln aus Kunststoff verschießen, in Deutschland durch das Waffenrecht reglementiert sind. Gilbert Küchler: „Wenn man solche Waffen frei kaufen kann, heißt das nicht, dass auch überall geschossen werden darf.“ Grundsätzlich ist beim Schießen darauf zu achten, dass die Kugeln das „befriedete Besitztum“, also Privatgrundstücke oder die eigenen vier Wände beispielsweise, nicht verlassen dürfen. Ebenso sind Softairs nicht in der Öffentlichkeit zu tragen.

Laut Gesetz dürfen in Deutschland Softairwaffen an Personen ab 14 Jahren mit einer maximalen Geschossenergie unter 0,5 Joule, an Personen ab 18 Jahren bis 7,5 Joule verkauft werden. Gilbert Küchler: „Wir haben zuletzt Softairwaffen sicher gestellt, die nicht markiert waren. Diese hätten weder verkauft noch käuflich erworben werden dürfen.“ Die fehlende Markierung kann darauf hindeuten, dass die beschlagnahmten Waffen illegal nach Deutschland eingeführt bzw. manipuliert wurden. „Gegenwärtig wird geprüft, ob die sicher gestellten Exemplare entsprechend manipuliert wurden, um einen höheren Druck beim Schießen zu erreichen“, sagt Hauptrevierleiter Küchler. Nach seinen Worten haben die in den vergangenen beiden Wochen ermittelten Tatverdächtigen im Alter von 14 bis 21 Jahren in Ludwigslust und Umgebung aus reiner Lust geschossen.

„Ziele“ solcher Übungen seien meist Fenster, Fahrzeuge, Verkehrszeichen und auch Personen.

Besonders brisant sind für die Polizei die so genannten „Anscheinswaffen“. Sie sehen scharfen Pistolen und Gewehren oft bis ins Detail ähnlich. Und genau hier besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Wenn zum Beispiel unter Drogen oder Alkohol stehende Personen mit echt aussehenden Softairwaffen Polizisten bedrohen, können diese möglicherweise eine Notwehrsituation annehmen und selbst zur Waffe greifen. Gilbert Küchler: „In diesem Fall kann es zu tragischen Situationen kommen.“

 

 

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