zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

25. November 2017 | 01:21 Uhr

Neustadt-Glewe : Wenn der Zug heranbraust...

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Bundespolizei führte Verkehrssicherheitstag für Schüler am Bahnhof Neustadt-Glewes durch / Auch Feuerwehr beteiligte sich

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 07:00 Uhr

Das rote Blinklicht leuchtet auf, trotzdem will der Jugendliche noch schnell die Bahngleise überqueren, bevor der Zug heranbraust. Erst auf den warnenden Hinweis eines Polizisten bleibt er stehen. Passiert gestern Morgen am Bahnübergang Laascher Straße in Neustadt-Glewe.

Kein Zufall, dass an diesem Morgen Polizisten vor Ort sind. Die Beamten der Bundespolizeiinspektion Rostock haben Schüler beider Neustädter Schulen zum Verkehrssicherheitstag „Sicher drüber“ eingeladen. Gemeinsam mit ihren Klassenleitern Christiane Warncke (Klasse 3a) und Gerhard Möller (3b) machen sich die Kinder der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ kurz vor 8 Uhr auf den Weg zum nahen Bahnhof.

„Wisst ihr, dass ein ICE, der mit 200 km/h fährt, einen Kilometer braucht, bis er zum Stehen kommt?“, fragt Polizeioberkommissarin Monika Hirschke die Kinder. „Wir wollen die Schüler mit dieser Veranstaltung auf die Gefahren aufmerksam machen, die auf Bahnhöfen, Bahnübergängen und -gleisen bestehen. Denn gerade Kinder unterschätzen die Gefahren, die von Zügen ausgehen“, so die Präventionsbeamtin. Dabei gehe es nicht darum, ihnen Angst zu machen, sondern zu sagen, was sie richtig machen müssen. Und einiges wissen die Dritt- und Viertklässler bereits. „Man kann Tunnel oder Fußgängerbrücken nutzen“, antwortet Hannes auf die Frage, wie es sicher zu Bahnsteigen geht. Marie weiß: „So eine Oberleitung hat 15  000 Volt.“ „Richtig. Deshalb dürft ihr nie auf Strommasten oder Waggons klettern. Das ist lebensgefährlich, auch ohne dass eine solche Leitung berührt wird“, erklärt Monika Hirschke.

Auf dem Bahnsteig erläutert Polizeihauptmeister Waldemar Waldeck den Kindern, auf was sie achten müssen, wenn sie hier den Übergang über das Gleis nutzen. „Wenn ihr auf dem Bahnsteig steht, müsst ihr hinter der weißen Linie bleiben“, so der Beamte.

An insgesamt vier Stationen informieren die Präventionsbeamten an diesem Vormittag die Kinder über richtiges Verhalten. An einer Station zeigen sie ein Autowrack. Der Pkw war vor wenigen Jahren auf einem Bahnübergang stecken geblieben. Zwei Männer konnten die Autoinsassen – ein Rentnerehepaar – im letzten Moment aus dem Auto holen, bevor der Wagen von einer S-Bahn zertrümmert wurde. „Der Sohn des Rentnerehepaars hat uns das Wrack zur Verfügung gestellt, damit wir anschaulich darstellen können, was passieren kann“, sagt Polizeihauptkommissar Frank Schmoll, Pressesprecher der Rostocker Bundespolizeiinspektion.

Übrigens beteiligte sich auch die Freiwillige Feuerwehr Neustadt-Glewe am Verkehrssicherheitstag. Die Kameraden zeigten den Kindern u. a. Technik, die genutzt wird, um Menschen nach Unfällen aus Autowracks zu befreien.

Neben den dritten und vierten Klassen der Grundschule nutzten auch die fünften bis siebten Klassen der Regionalen Schule „Karl Scharfenberg“ die Gelegenheit, am Verkehrssicherheitstag teilzunehmen. Was übrigens auch manch Erwachsenem helfen würde. Denn innerhalb weniger Minuten erwischten die Bundespolizisten am Mittwochmorgen in Neustadt-Glewe zwei Personen, die nahe des Bahnhofs zu Fuß auf dem Gleisbett unterwegs waren, um den Weg abzukürzen. Sie erhielten jeweils eine mündliche Verwarnung und wurden entsprechend belehrt.

Heute gibt es auf dem Ludwigsluster Bahnhof für Schüler einen weiteren Verkehrssicherheitstag der Bundespolizei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen