Ludwigslust : Wenn der Unterricht ausfällt...

Unterricht wie geplant oder nur Vertretung? In unserer Region fallen viele Unterrichtsstunden aus, mehr als mancher denkt.
Foto:
1 von 8
Unterricht wie geplant oder nur Vertretung? In unserer Region fallen viele Unterrichtsstunden aus, mehr als mancher denkt.

Anfrage der Grünen bringt zum ersten Mal die konkreten Ausfallzahlen an allen Schulen unserer Region ans Tageslicht

von
23. Juli 2014, 07:00 Uhr

Ausgerechnet in den Ferien kommen sie zum ersten Mal auf den Tisch, die Zahlen zu den Ausfall- und Vertretungsstunden an unseren Schulen. Der Urlaubs-Termin ist nicht die Schuld der Grünen-Fraktion, die diese Zahlen per „Kleiner Anfrage“ von der Landesregierung besorgt hatte. Zwar sind die Erhebungen aus dem Schuljahr 2012/13, eine erste Einschätzung der tatsächlichen Unterrichtslage in der Region erlauben sie dennoch.

Doch selbst die Grünen warnten vor voreiligen Schlüssen, sagt Ulrike Berger, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion. „Ich warne auch vor vorschnellen Schuldzuweisungen – die Gründe für Schulausfall sind vielfältig und müssen genau analysiert werden. Nur wenn die konkreten Zahlen für einzelne Schulen vorliegen, können die konkreten Probleme vor Ort auch sachgerecht und lösungsorientiert diskutiert und angegangen werden.“

Erhoben werden die Daten schon lange, die Schulen durften sie bisher nicht bekanntgeben. Die Daten werden für jedes Schulhalbjahr erhoben. Gerd Jaacks, Leiter des für Westmecklenburg zuständigen Staatlichen Schulamtes, verwies im SVZ-Gespräch auf die Kompliziertheit der Materie. So könnten sich zum Beispiel Lehrer an Grundschulen leichter einander vertreten, als das an Gymnasien mit dem aufgefächerten Unterrichtsprogramm möglich sei. Hinter jedem Ausfall stecke oft auch eine Krankengeschichte, wo sich manches Mal nicht absehen lasse, wie lange der Kollege ausfalle.

Jaacks wies aber ebenso klar darauf hin, dass auf jeden Ausfall reagiert werde, dass seitens des Schulamtes viel getan werde, um die Ausfallstunden so gering wie möglich zu halten. Das geschehe auch mit Vertretungslehrern. Wirklich aussagekräftig seien die Zahlen aber nur, wenn man mehrere Schuljahre miteinander vergleichen könne.

Beachtet werden müsse aber auch, so die Grünen, was in der Statistik bereits als „Unterrichtsvertretung“ gelte. Teilweise würden ein Viertel (und mehr) der Stunden durch sogenannte „Stillarbeit“ vertreten. In der Statistik gelte dies dann nicht als Stundenausfall, sagen die Grünen.

Daniel Taprogge, Referent bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Wir fordern grundsätzlich pro Schule einen Vertretungspool vor Ort. Wenn jemand krank wird, kann man schneller einspringen.“ Minister Brodkorb setze dagegen auf einen zentralisierten Vertretungspool. Damit könne man gar nicht so viel vertreten wie ausfällt.




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen