Neustadt-Glewe : Wenn der Bus angefahren kommt…

Finlay fand den Streifenwagen interessant.
Finlay fand den Streifenwagen interessant.

Verkehrswacht Ludwigslust veranstaltete mit Partnern an der Grundschule in Neustadt-Glewe eine Verkehrssicherheitsaktion

svz.de von
14. September 2017, 21:00 Uhr

Paul tritt in die Pedalen. Zuerst aber etwas zaghaft. Prompt droht er samt Fahrrad umzukippen. Letzteres kann aber nicht passieren, denn der Drittklässler sitzt auf dem Fahrradsimulator.

In der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Neustadt-Glewe gab’s gestern einen etwas anderen Unterricht. Die Verkehrswacht Ludwigslust hatte mit Partnern zur Verkehrssicherheitsaktion eingeladen. Dabei blieb es nicht bei der Theorie. Die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) beispielsweise war mit ihrer Busschule vor Ort: einem richtigen Omnibus. Bernd Eixmann von der VLP erläuterte den Kindern, wie schwierig und vor allem gefährlich es sein kann, wenn Fußgänger unaufmerksam vor großen Fahrzeugen über die Straße gehen. Das bestätigte Mandy, als sie auf dem Fahrersitz Platz nahm und ein Mitschüler ganz dicht vor dem Bus stand. „Er ist gar nicht zu sehen“, meinte sie.

Paul indes versuchte sich auf dem Fahrradsimulator. „Etwas kräftiger treten“, riet Winfried Rühlmann von der Verkehrswacht Mecklenburg-Strelitz, einem der an der Aktion beteiligten Partner. Am Simulator konnten Paul und die anderen Kinder üben, wie man in verschiedenen Situationen auf dem „echten“ Fahrrad richtig reagiert.

Verständlich, dass der Streifenwagen der Polizei das besondere Interesse fand. Ausnahmsweise durften diesmal im wahrsten Sinne des Wortes mehr Leute als die Polizei erlaubt in den Wagen – man fuhr ja auch nicht. Der sechsjährige Finlay fand: „Hier gibt es aber viele Schalter.“ Seine Mutti Nicole Nerpas: „Ich finde, ein solcher Tag ist wichtig für die Sicherheit unserer Kinder, gerade, wenn sie alleine unterwegs sind.“

Ein paar Meter weiter prüften die Präventionsberaterinnen Christin Höfler und Karola Sachse von der Polizeiinspektion Ludwigslust die Fähigkeiten der Kinder auf dem Fahrrad. Bevor die Schüler aber auf den Parcours gehen durften, prüften die Polizistinnen, ob der Helm richtig sitzt und die Räder verkehrssicher sind. „Ich fahre gerne Fahrrad“, sagte die achtjährige Laura Leni aus der Klasse 3b. „Zu Hause darf ich auch allein fahren, da kommen nicht so viele Autos.“ Polizeioberkommissarin Christin Höfler: „Das ist schon eine gute Übung für Kinder in diesem Alter. Denn in der vierten Klasse steht ja die Fahrradprüfung bevor.“

Genauso interessant wie der Streifenwagen war für die Mädchen und Jungen auch das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr. Peter Schulz und Lothar Saß von der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt-Glewe erläuterten, welche Geräte an Bord sind und wofür sie genutzt werden können.

Karin Rühlicke von der Verkehrswacht Ludwigslust: „Ziel dieses Tages ist es, den rund 240 Kindern der Grundschule zu zeigen, wie sie sich im Straßenverkehr richtig verhalten müssen, aber auch, was zum Beispiel bei Unfällen zu tun ist.“

Letzteres vermittelte auch Schulkoordinatorin Marita Eidner vom DRK Ludwigslust den Kindern. Sie zeigte ihnen im Rettungswagen, wie hier Verunglückte behandelt werden können. „Erste Hilfe können die Kinder natürlich bei größeren Unfällen noch nicht leisten“, so Marita Eidner. Doch die Retter alarmieren, das geht auf jeden Fall. Deshalb fragte sie auch, welche Rufnummer dann gewählt werden muss. „112!“, wussten die meisten Mädchen und Jungen dann auch.

Karin Rühlicke: „Ein toller Tag. Wir möchten dem Infrastrukturministerium als Förderer und allen Beteiligten danken. Besonders auch den vielen Eltern, die heute dabei waren und geholfen haben.“

Übrigens können auch andere Grundschulen das Angebot der Verkehrswacht zu einem solchen Aktionstag nutzen. Interessenten können sich beim Koordinator für Verkehrserziehung Ronald Festner (verfest@t-online.de) melden.

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