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Entwarnung in Ludwigslust : Weißes Pulver jetzt auch in Rostock

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Bei Justizbehörden mehrerer Bundesländer gingen ominösen Postsendungen mit weißem Pulver. Jetzt ist auch in der Rostocker Staatsanwaltschaft ein Brief mit

svz.de von
erstellt am 12.Jan.2017 | 09:07 Uhr

Die Staatsanwaltschaften in Mecklenburg-Vorpommern fahnden nach den Absendern von Briefen mit weißem Pulver, die offenbar gezielt an Justizbehörden verschickt wurden. Es werde wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat ermittelt, erklärten Sprecher der Staatsanwaltschaften in Schwerin und Neubrandenburg am Donnerstag.

Im Nordosten waren die verdächtigen Briefe am Mittwoch beim Amtsgericht in Ludwigslust und am Donnerstag bei den Staatsanwaltschaften in Neubrandenburg und Rostock eingegangen, wie das Justizministerium mitteilte. Auch Justizbehörden unter anderem in Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg waren betroffen.

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) sagte: „Wer Justizbehörden bewusst lahmlegt, handelt gegen den Staat.

Darum wird diese Tat auch konsequent geahndet.“ Briefe mit weißem Pulver zu verschicken, sei kein Scherz, selbst wenn sich - wie im Fall Ludwigslust - herausstelle, dass die Substanz ungefährlich war.

Es sei dennoch davon auszugehen, dass der Absender auch das Leben der Mitarbeiter aufs Spiel setzen könnte.    Da anfangs nicht klar war, ob es sich um eine gefährliche Substanz handelt, waren die Eingangs-Poststellen der Justizgebäude geschlossen worden, Mitarbeiter wurden vorsorglich untersucht. In Ludwigslust war das gesamte Amtsgericht durch ein Großaufgebot von Feuerwehr und Polizei sicherheitshalber abgeriegelt worden, so dass auch Verhandlungen ausfielen. Wie das Justizministerium mitteilte, wurden auch für Donnerstag alle Prozesstermine abgesagt.

Das in Ludwigslust sichergestellte Pulver erwies sich laut Polizei als harmlos. Bei einer Überprüfung durch Fachleute habe sich gezeigt, dass die unbekannte Substanz keine gesundheitsgefährdenden Stoffe enthält. Um was es sich genau handelt, wurde nicht mitgeteilt. In anderen Bundesländern hatten die Ermittler das Pulver als Puderzucker identifiziert.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg sagte, war einer von zwei Briefen dort an das Amtsgericht Neubrandenburg gerichtet. Solche Briefe würden zentral über die Poststelle der Staatsanwaltschaft verteilt. „Wir wurden aber am Mittwoch schon gewarnt“, sagte der Sprecher. Spezialkräfte sicherten die Briefe, der Inhalt sollte untersucht werden. Die Arbeit in der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft gehe ungehindert weiter, hieß es.

Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten Briefe mit dem Milzbrand-Erreger Anthrax in den USA Aufregung verursacht. Fünf Menschen starben, mehrere erkrankten.

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