zur Navigation springen

Ludwigslust / Malliss : Weide in einen See verwandelt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Extremregen lässt Flüsse, Gräben und Kanäle über die Ufer treten. Rekordpegel am Wochenende bei Malliß registriert

„So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Beim Gedanken an die Wassermassen im Bereich Rögnitz und Ludwigsluster Kanal schüttelt Udo Jauert den Kopf. Am Sonnabend hatte der Landwirt aus Kummer eine Mutterkuhherde von einer Insel retten müssen, die sich durch die Überflutung der Weide gebildet hatte. Durch Zurufe sei es ihm gelungen, die Tiere in Bewegung zu setzen und durch das Wasser zu lotsen. „Die Kühe waren bis zum Bauch im Wasser, die Kälbchen mussten schwimmen“, so Udo Jauert. 

An der B 5 zwischen Ludwigslust und Kummer hatte der Regen die angrenzenden Flächen in einen großen See verwandelt, Rögnitz und Ludwigsluster Kanal waren fast vereint. „Die Situation ist schon extrem“, sagte Walter Jahnke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes „Untere Elde“. „Von Donnerstag bis Sonnabend ist anderthalb- bis zweimal so viel Niederschlag gefallen wie im Monatsmittel  des Juni – und das in kurzer Zeit.“ Das ganze Wochenende über waren Verbandsmitarbeiter damit beschäftigt, die Wasserstände zu regulieren. Unter anderem sorgten sie dafür, dass aus der Müritz-Elde-Wasserstraße kein Wasser mehr in das Gebiet fließt.

Auch gestern waren die Gewässer noch extrem voll, stand das Wasser auf vielen Feldern und Wiesen in der ganzen Region. „Der Boden kann kein Wasser mehr aufnehmen“, so Jahnke. Ohne neue Niederschläge werden die Wasserstände in den Gewässern aber schnell fallen, so dass das ausgeuferte Wasser zurückkann. „Am Wochenende wird es schon ganz anders aussehen.“ Aber die Schäden in der Landwirtschaft seien da.

Auch für die Mitarbeiter des Außenbezirks Grabow des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Lauenburg war es ein aufregendes Wochenende. „Ein Pegel von 1,20 Meter ist zwar hoch, aber noch kein Problem“, erklärte Außenbezirksleiter Andreas Hering gegenüber SVZ. „Aber bei 1,45 Meter wird man schon mal unruhig.“ In Klein Laasch blieb der Wasserstand nur knapp darunter. In Malliß gab es einen Rekord. „Der höchste dort bislang bekannte Wasserstand lag bei 1,24 Meter, am Wochenende wurden kurzzeitig 1,28 Meter überschritten“, so Hering. Auch seine Leute waren den ganzen Freitag und am Wochenende unterwegs, um das Wasser zu regulieren und die Anlagen im Blick zu haben. In Malliß und Grabow seien die Tore der Schleusen zum Teil geöffnet worden, um die Wassermassen schneller abzuführen. „So langsam pegelt sich der Wasserstand wieder ein“, sagte der Außenbezirksleiter gestern Mittag und verwies auf 1,16 Meter in Klein Laasch und 1,04  Meter in Malliß.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen