Weg von Wild und Fisch bis auf den Teller präsentiert

Der Hunger auf Wild war unter den tausenden Besuchern an beiden Tagen ungebremst . hasz
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Der Hunger auf Wild war unter den tausenden Besuchern an beiden Tagen ungebremst . hasz

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23. September 2012, 07:32 Uhr

Ludwigslust | Die Natur zeigte im Verlauf der zwölften Landeswild- und Fischtage auf dem Ludwigsluster Schlossplatz am Wochenende ihre ganze Wetterpalette. Wer prasselnden Regen, durchdringende Sonnenstrahlen und herbstliche Kühle nicht scheute, der musste bei einem Bummel entlang der Stände feststellen, dass Wildfleisch und Fisch für die Gesundheit wertvolle Nahrungsmittel sind. Die beiden Veranstalter, der Landesjagdverband (LJV) und der Landesfischereiverband (LFV) Mecklenburg-Vorpommern, präsentierten dank der 40 Aussteller eine Vielfalt, die wohl vielen Besuchern zu Hause noch am Gaumen kitzelte.

Exakt das war gewollt, wie Staatsminister Dr. Karl Otto Kreer bekundete. Kreer betonte, dass Wald und Wild eine natürliche Einheit bilden, die von der Jägerschaft gehegt, gepflegt aber auch für einen gesunden Aufwuchs von Jungtieren bejagt werden muss. Die Anbieter zeigten sich offen: An einem Info-Stand wurde sogar das fachgerechte Zerlegen von Wild vorgeführt.

Nirgends, so wie bei den heimischen Jägern, Fischern und Anglern komme der Verbraucher so dicht mit der Wirklichkeit von Nahrungsbeschaffung in Kontakt. Dass dies zu unterschiedlichen Ansichten und Befindlichkeiten führt, das unterstrich auch LJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Er bat um Ruhe und einen kühlen Kopf bei der Diskussion um Bleimunition. Sie werde seit Jahrhunderten in der Jagd genutzt, ohne gesundheitliche Folgen für den Verzehr von gejagtem Wild. Bislang gebe es ja nicht einmal entsprechenden Ersatz, hinterfragte Böhning diese Diskussion. Eine Absage erteilte der Waidmann der Diskussion über das Biosphärenreservatgezedere. "Das ist hausgemacht. Da muss ein Erlass her", forderte er. Schon diese Woche will Böhning mit Minister Backhaus auch darüber ins Gespräch kommen. Und zum "heißen Eisen" Jagdbezirke und das "EGRM-Urteil " des Europäischen Gerichtshofes sieht der LJV-Präsident die Bundesministerin Aigner in der Pflicht, schnellstens bundesweit Klarheit herzustellen.

Eine hervorragende Heringsfangsaison und gesundende Bestände in einer nicht überfischten Ostsee lassen LFV-Präsident Norbert Kahlfuß optimistisch in die Zukunft der Hochseefischerei blicken. Sich beim Verbraucher mit Tatsachen Gehör zu verschaffen, werde "durch den Gegenwind der grünen Verbände" immer schwieriger.

Kahlfuß führte als Beispiel für Verbraucherverwirrung das Anpreisen der asiatischen Pangasius-Fisches aus Aquakulturen an. Was dort alles ins Aufzuchtbecken kommt, bleibe für den Verbraucher in MV verborgen. Die heimische Binnen-, Küsten- und Hochseefischerei könne hingegen Erzeugnisse höchster Güte vor- und nachweisen.

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