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Hauptschulabschluss nachgeholt : Weg aus der Isolation geschafft

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Ein ganz besonderes Schuljahr neigt sich für Patrick Schallehn und Claudia Heider dem Ende entgegen. Sie sind zwei sozial gestrandete Heranwachsende, die ihren Hauptschulabschluss nachholen.

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erstellt am 24.Apr.2012 | 11:09 Uhr

Ludwigslust | Ein ganz besonderes Schuljahr neigt sich für Patrick Schallehn und Claudia Heider dem Ende entgegen. Die beiden jungen Menschen werden in Kürze den qualifizierten Hauptschulabschluss in den Händen halten können. Das ist insbesondere deshalb ungewöhnlich, weil der 22-jährige Grabower und die 20-jährige Neustädterin noch vor etwas mehr als einem Jahr selbst nicht daran geglaubt hatten, diese Berufsreife mit Leistungsfeststellung jemals anzustreben.

Beide sind bereits in früher Jugend sozial gestrandet. Wie sie selbst sagen, hatten sie keinen Bock mehr auf Schule. Viele andere Dinge in ihrem Alltag waren viel wichtiger. Aber irgendwann dann im vorletzten Jahr, da wollten sie raus aus der sozialen Isolation. Der Weg führte über das Jobcenter, das die beiden Außenseiter zur Gesellschaft für Modulare Kompetenzentwicklung (GMK) in Ludwigslust zum Schulabschluss schickte. Nun erwartet beide Absolventen sogar je eine Ausbildungsstelle zum Fitnesstrainer und zur Friseurin. "Das ist wohl unser Rettungsanker für ein normales Leben", blickt Patrick Schallehn dankend in Richtung Beate Wichmann, der GMK-Projektkoordinatorin. Sie kümmert sich nicht nur um diese beiden Schüler wie die Glucke um ihre Küken. Das ist häufig aber auch notwendig, erläutert die Pädagogin: " Aktuell sind in der Klasse noch 14 von insgesamt 17 Schülern dabei, ihren Hauptschulabschluss zu erreichen. Einige davon proben den zweiten Anlauf, aber sie wollen diese Qualifikation, die heute notwendig ist, um die Tür zum Berufsleben zu öffnen."

Bei der GMK wird nicht nur gelehrt, sondern dort kümmern sich die Lehrer auch um Firmenkontakte, um gezielt Praktika zu ermöglichen; sie helfen, wenn Anträge auszufüllen sind, motivieren, wenn die Schule erneut als Qual empfunden wird. Und bleibt ein Schüler unentschuldigt dem Unterricht fern, beginnt die Suche nach ihm, bis er wieder auf der Schulbank sitzt. Nur wenige springen komplett ab. Dann ist auch das GMK mit seinem Latein am Ende, ist den Ausführungen von Beate Wichmann zu entnehmen.

Das solches Fehlen durchaus handfeste finanzielle Nachteile mit sich bringen kann, das wissen die durch das Jobcenter geförderten Schüler sehr wohl. Es ist das ultimative Mittel, damit das Ziel immer in Sichtweite der von uns unterstützten meist jungen Menschen bleibt, bringt es der neue Geschäftsführer des Jobcenters Ludwigslust-Parchim, Hagen Liedtke, auf den Punkt. "Das Jobcenter ist eine große Chance für alle, die einen Nachholbedarf in Bildung auf dem Weg zu einem Beruf haben. Das wollen und müssen wir unterstützen", ermutigt Liedtke die Angebote zu nutzen. Das Jobcenter hält enge Kontakte gerade mit den Betrieben und Unternehmen, die Menschen mit dem Grundstock an schulischen Fähigkeiten eine Chance bieten.

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