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Ludwigsluster Tageblatt

22. August 2017 | 09:28 Uhr

Dömitz : Wassersportler tief enttäuscht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stadt Neustadt-Glewe kündigt Bewirtschaftungsvertrag für den Bootsanleger unterhalb der Burg / Bügermeister: Pacht wird neu ausgeschrieben

Das Büro ist schon fast leer geräumt, nur ein paar Prospekte liegen noch auf dem Tisch. Abschiedsstimmung im Hafen von Neustadt-Glewe: Die Stadt hat dem Wassersportverein Neustadt-Glewe e. V. (ca. 20 Mitglieder) den Vertrag zur Betreibung des Bootsanlegers gekündigt. Im Verein herrscht tiefe Enttäuschung. Vereinsvorsitzender Kurt Zimmermann: „Die Kündigung zum 31. März diesen Jahres kommt für uns völlig überraschend.“

Seit 21. März 2002 gab es zwischen der Stadt und dem Wassersportverein einen Bewirtschaftungsvertrag für das etwa 5000 Quadratmeter große Hafengelände samt Becken unterhalb der Neustädter Burg. „Wir haben das Gelände vor 12 Jahren in einem völlig maroden Zustand übernommen“, berichtet Kurt Zimmermann. „Im Laufe der Jahre haben unsere Mitglieder den Bootsanleger zu einem Aushängeschild der Stadt gemacht und so den Tourismus gefördert.“

Laut Zimmermann können heute rund 25 Boote gleichzeitig im Hafen anlegen; die Stege wurden durch den Verein so umgebaut, dass auch größere Boote in den Hafen an der Müritz-Elde-Wasserstraße einlaufen können. Vereinsmitglied Horst Hentschel sagt: „Wir haben in all den Jahren das gesamte Gelände instand gehalten. Anfangs wuchsen die Weiden in die Fahrrinne.Wir haben sie geschnitten und auch danach immer dafür gesorgt, dass die Rinne frei bleibt. Jedes Jahr räumten wir angeschwemmten Unrat, wie alte Reifen und Matratzen, weg. Wir sorgten auch für Neuanpflanzungen.“

Ein Schmuckstück ist das Hafengebäude. Hier sind u. a. das Büro des Hafenmeisters sowie Sanitäranlagen (drei WC, zwei Duschen) für die Skipper untergebracht. Kurt Zimmermann: „Wir als Verein haben das Gebäude ausgebaut, gestrichen und instand gehalten, außerdem die Kosten zum Beispiel für Hafenmeister, Reinigungspersonal und Gärtner getragen.“ Laut Zimmermann nahm der Verein im Jahr bis zu 11 000 Euro ein, vor allem durch Skipper, die hier anlegten. Dem standen laut Verein Ausgaben in fast gleicher Höhe gegenüber, so für Reparaturen, Instandhaltung und Reinigung „Wir haben pro Jahr vielleicht 500 Euro Gewinn gemacht“, so Horst Hentschel. Der Bootsanleger wird übrigens auch von Vereinsmitgliedern genutzt.

Für den Verein sei das eigentliche Problem nicht die Kündigung, versichert Vorsitzender Zimmermann. Kritikwürdig sei aber die Art und Weise. „Die Stadt hätte vorher mit uns sprechen sollen. Man hätte bestimmt über das Problem diskutieren können“, so Zimmermann. „Aber die Stadt hofft mit einem neuen Betreiber vermutlich , mehr Geld herausschlagen zu können.“

Auf SVZ-Anfrage äußerte sich Neustadt-Glewes Bürgermeister Arne Kröger zu dem Thema. „Der Ursprungspachtvertrag aus dem Jahre 2002 sah eine Laufzeit bis 31. März 2003 vor, wurde dann 2003 um weitere zwei Jahre verlängert bis 31. März 2005, dann wiederum bis 31. März 2008 und danach noch einmal um weitere drei Jahre bis 31. März 2011“, teilt Arne Kröger mit. Schließlich sei der Vertrag am 17. Januar 2011 nochmals um weitere drei Jahre bis 31. März 2014 verlängert worden. Bürgermeister Kröger: „Mithin wäre also der Vertrag sowieso am 31. März 2014 ausgelaufen. Das war auch dem Wassersportverein bekannt und auch nicht erstmalig so, siehe Historie. Eine Ausschreibung dieses Pachtgegenstandes, wie grundsätzlich sinnvoll, um eine breite Beteiligungsmöglichkeit zu eröffnen, fand in der Vergangenheit nicht statt.“

Hinsichtlich eines offenen Briefes des Vereins, in dem unter anderem darauf hingewiesen wird, dass die Mitglieder den Hafen in den letzten zwölf Jahren zu einem Aushängeschild der Stadt gemacht hätten, teilt Bürgermeister Kröger mit: „Gerade um die in einem offenen Brief beschriebene Wirkung des Aushängeschildes des Hafens zu erhalten, wird nunmehr eine Ausschreibung der Liegenschaft erfolgen, an der sich Jeder beteiligen kann, um seine Vorstellungen einzubringen, mithin ist es auch dem Wassersportverein möglich, hier seine Gedanken für die Zukunft mit einzubringen und auch Planungssicherheit zu erlangen.“

Generell würden sich alle Pachtverträge der Stadt in einer Überprüfung befinden, um einerseits entsprechende Planungssicherheit für beide Vertragspartner zu bekommen und hier auch den Forderungen der Kommunalverfassung nachzukommen (Einnahmeerzielung). Laut Arne Kröger befassten sich auch die zuständigen Ausschüsse der Stadtvertretung damit.




 

 

 

 

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erstellt am 31.Jan.2014 | 07:00 Uhr

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