Wöbbelin : Was sagen uns Denkmale?

Projekt der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin startete am Donnerstag mit einem Workshop

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04. Juli 2014, 07:00 Uhr

Welche Bedeutung haben Denkmale, welche Botschaft geht von ihnen aus? Diese und weitere Fragen behandelt ein neues Projekt der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Es wird gefördert durch den Lokalen Aktionsplan des Landkreises Ludwigslust-Parchim. In Anlehnung an den Denkmaltag 2013 soll das Motto „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmäler“ in dem Projekt aufgegriffen und als Schwerpunkt im Amt Ludwigslust-Land umgesetzt werden.

Zum Projektworkshop „Unbequeme Denkmale“ waren am Donnerstag u. a. Lehrer und Vertreter von Jugendklubs sowie von Städten und Gemeinden nach Wöbbelin gekommen. Cornelia Neumann, Pädagogische Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, formulierte eines der Projektanliegen so: „Denkmale dürfen nicht Extremisten überlassen werden.“ Damit nahm sie Bezug auf Denkmale für Gefallene der Weltkriege.

Es komme darauf an, sich mit lokaler und regionaler Geschichte unter Einbeziehung bestehender Denkmale in den Städten und Dörfern auseinanderzusetzen. Das betrifft nicht nur die sogenannten „Kriegerdenkmale“. Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, ergänzte, dass es auch Anliegen sei, Orte zu finden, die bisher kein Denkmal haben. Es gelte zu erforschen, ob es dort Themen gibt, die eines Denkmals würdig sind. In diesem Zusammenhang erinnerte Ramsenthaler u. a. an Zwangsarbeiter in der ehemaligen Dynamitfabrik in Dömitz.

Das Projekt sieht vor, dass Kinder und Jugendliche vor Ort recherchieren, arbeiten und ihre Ergebnisse dokumentieren. Geplant sind u. a. Pflegearbeiten an Denkmalen, Kreativwerkstätten, Fotodokumentationen und das Anlegen von Arbeitsmappen. Ende 2014 sollen die Ergebnisse präsentiert werden.

Katrin Herrmann unterrichtet am Gymnasialen Schulzentrum Dömitz auch das Wahlpflichtfach Regionale Geschichte. Sie stellte ein aktuelles Projekt vor, in dem Schüler den 1925 angelegten Heldenhain pflegen. „Wir haben 75 Findlinge gefunden, auf 48 davon waren die Inschriften lesbar bzw. Toten des 1. Weltkrieges aus Dömitz zuzuordnen.“ Die Lehrerin beschrieb, wie die Findlinge gesäubert bzw. aufgerichtet, die Wege wieder begehbar gemacht wurden. Der frühere langjährige Schulleiter Volker Pansch hob hervor, dass es Ziel sei, die Anlage in Friedenshain umzubennen: „Er soll als Ort der Erinnerung und Mahnmal gegen Krieg wahrgenommen werden“.

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