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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 22:27 Uhr

Ludwigslust : Was ist eigentlich Europa?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landtagsmitglied Detlef Müller und Dr. Reinhard Boest aus Brüssel besuchen zum Gedenktag der Staatenvereinigung die Lenné-Schule

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2015 | 07:00 Uhr

Anlässlich des Europatages der Europäischen Union am 9. Mai besuchten Detlef Müller, Mitglied des Landtages MV, und Dr. Reinhard Boest, Leiter des Informationsbüros des Landes MV bei der EU, gestern zwei neunte Klassen der Peter- Joseph-Lenné- Schule. „Da der Europatag in diesem Jahr auf einen Sonnabend fällt, hat sich die Politik entschieden, den Jahrestag in der darauf folgenden Woche anzusiedeln. Und deswegen sind wir heute bei euch“, erklärt Detlef Müller den 42 Schülern.

Und die wollten von den beiden EU-Experten alles über die Staatenvereinigung, laut Boest mit über 500 Millionen Einwohnern, wissen: Was muss ein Land mitbringen, um Mitglied zu werden? Was passiert, wenn der Union das Geld ausgeht? Oder, ob Staaten aus dem Verbund auch rausgeschmissen werden können?

So erklärt Müller, dass die EU seit ihrer Gründung 1950 – da noch in der Vorstufe als Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl EGKS – immer wieder Staaten des Kontinents Europa in den Verbund aufgenommen habe. Mit der letzten Erweiterung trat Kroatien vor zwei Jahren der Europäischen Union bei, so dass heute 28 Mitgliedsstaaten zusammen arbeiten und den Europäischen Binnenmarkt bilden. „Dieser Zusammenschluss bringt viele Vorteile“, sagt Reinhard Boest, der sonst in der „EU–Hauptstadt“ Brüssel arbeitet. So könne man beim Reisen andere europäische Länder ohne Grenzkontrollen passieren. Außerdem fördere die EU ihre Mitgliedstaaten. Dafür zahle jeder Staat, abhängig von Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft, Geld in eine gemeinsame „Kasse“, wie es Landtagsmitglied Müller den Schülern beschreibt. „MV hat daraus in den letzten 25 Jahren 7,5 Milliarden Euro Fördergelder erhalten“, berichtet Müller.

„Warum ist die Türkei kein Mitglied?“, wollte einer der Schüler wissen. Schließlich liege ein kleiner Teil des Landes doch auf europäischer Seite, argumentierte er. „Jedes Mitglied muss demokratische Voraussetzungen erfüllen“, antworten die Experten. Die Türkei müsse für einen Beitritt jedoch u.a. weiter an ihren Menschen- und Freiheitsrechten feilen.

Seien Staaten erstmal aufgenommen, könne man sie nicht einfach so rausschmeißen. „Es sei denn, sie wollen freiwillig aus der Europäischen Union treten. Das überlegen derzeit die Engländer und werden im nächsten Jahr darüber entscheiden“, erzählt Boest, der seit 1997 das Informationsbüro von MV in der EU leitet, abschließend.

 

 

 

 

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