Neustadt-Glewe/Conow : Was für ein Geschenk

Ingo Kleinert (l.) ist dankbar: Kurt Zimmermann hat ihm und seiner Frau Heidemarie einen E-Scooter geschenkt.
Ingo Kleinert (l.) ist dankbar: Kurt Zimmermann hat ihm und seiner Frau Heidemarie einen E-Scooter geschenkt.

Kurt Zimmermann hat für E-Scooter endlich neue Besitzer gefunden, Ingo und Heidemarie Kleinert sind froh

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25. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Bei Ingo Kleinert und seiner Frau Heidemarie war schon ein paar Tage vor Heiligabend große Bescherung. „Dass ein Mensch uns so ein Geschenk macht, kann ich noch immer nicht glauben“, sagt der 73-Jährige dankbar. Das Ehepaar aus Conow hatte von Kurt Zimmermann aus Neustadt-Glewe einen fast neuen E-Scooter im Wert von rund 3000 Euro bekommen. Dabei kannten sie sich bis dahin gar nicht.

Kurt Zimmermann hatte das dreirädrige Gefährt im Sommer für seine Frau gekauft. „Weil der E-Scooter zusammenklappbar ist, konnten wir ihn auf unserem Schiff gut mitnehmen“, erzählt der Neustädter. „Eigentlich hat das ganz gut funktioniert, aber meine Frau fühlte sich nicht ganz wohl damit.“ So versuchte er, das Fahrzeug zum halben Preis an den Hersteller zurückzugeben. Kein Interesse. Er fragte in einem Seniorenheim nach. Kein Bedarf. Er sprach eine gehbehinderte Frau in einem Restaurant an, die sich zunächst sehr dafür interessierte. Doch auch sie – oder ihre Betreuerin – wollte das Fahrzeug nicht. „Ich wollte damit kein Geschäft machen, sondern jemandem helfen“, sagt Kurt Zimmermann. Der entscheidende Durchbruch gelang dann mit einem Leserbrief im Ludwigsluster Tageblatt vor wenigen Tagen.

„Als ich vom Einkaufen kam, zeigte mir meine Frau gleich die SVZ mit der Geschichte über den E-Scooter“, erinnert sich Ingo Kleinert. Er rief sofort in der Redaktion und danach bei Kurt Zimmermann an. Noch am selben Abend fuhr er mit seinem Sohn Jörg nach Neustadt-Glewe und holte das Elektromobil ab. Auf dem Rückweg fuhren sie zu Frau bzw. Mutter ins Krankenhaus und übermittelten die frohe Kunde. „Ich war baff. Und mein erster Gedanke war, dass ich das nicht schaffe“, gesteht Heidemarie Kleinert, die durch eine schwere Erkrankung sehr geschwächt ist und nur schlecht laufen kann. „Aber es ist wichtig, dass sie rauskommt, am Leben teilhaben und sich bewegen kann“, sagt Ingo Kleinert, der mit seinem Sohn auch schon eine normale Hebebühne umgebaut hat, damit seine Frau allein die Stufen zum Haus überwinden kann. Für etwas Vergleichbares aus dem Sanitätshaus hätte er nach eigenen Angaben fast 4000 Euro dazuzahlen müssen.

Kurt Zimmermann ist froh, für den E-Scooter einen neuen Besitzer gefunden zu haben. „Geschäfte machen kann jeder, ich möchte helfen. Und solange ich das kann, tue ich es gern.“

Heidemarie Kleinert übt mit dem ungewohnten Fahrzeug derzeit noch mit Hilfe ihres Mannes und ihres Sohnes. Vielleicht kann sie schon bald mit Hund Becki allein eine Spazierfahrt machen. „Und dann fahren wir irgendwann wieder gemeinsam zum Einkaufen nach Malliß – du mit dem E-Scooter und ich mit dem Fahrrad“, sagt Ingo Kleinert abschließend zu seiner Frau.

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