Brandgefahr im Wald : Warnstufe 4 erreicht

Die Tafel am Eingang zum Forsthof in Kaliß weist auf die Gefahr hin.
Die Tafel am Eingang zum Forsthof in Kaliß weist auf die Gefahr hin.

Zweithöchste Warnstufe 4 in Südwestmecklenburg. Erstes Feuer bei Malk Göhren nach ersten Erkenntnisse Brandstiftung.

svz.de von
22. April 2015, 15:01 Uhr

Hohe Waldbrandgefahr in Südwestmecklenburg: Für die Forstamtsbereiche Jasnitz, Kaliß, Ludwigslust und Schildfeld gilt bereits die Warnstufe 4 – die zweithöchste. „Wir sind aber schon ziemlich dicht an der Warnstufe 5. Es kann sein, dass wir sie in den kommenden Tagen ausrufen müssen“, erklärte Sven Seifert vom Leitforstamt Jasnitz. Er ermittelt täglich, wie hoch die Brandgefahr in den Wälder ist und welche Warnstufe ausgerufen werden muss.

Und tatsächlich ist es schon zu einem ersten Feuer in der Region gekommen. Bei Malk Göhren brannte am Dienstagabend das Unterholz auf rund 100 Quadratmetern. Mit den Witterungsbedingungen hatte das nach Auffassung von Reginald Rink, Leiter des Forstamtes Kaliß, allerdings wenig zu tun. „Wir gehen von Brandstiftung aus. Die Stelle befindet sich gut 150 Meter von der Straße entfernt, da landet keine weggeworfene Kippe und kein Glas.“ Kein Einzelfall offenbar. Der Forstamtsleiter geht davon aus, dass rund 90 Prozent aller Waldbrände durch vorsätzliche Brandstiftung entstehen.

Dass es am Dienstagabend trotz des Windes bei einem kleinen Brand blieb, ist auch dem beherzten Eingreifen von Bürgern zu verdanken. „Wir waren gerade aus Dömitz gekommen und wollten unsere Tochter aus Neu Göhren abholen, als wir den Rauch sahen“, berichtete gestern Ulf Baumgart. „Als wir hinfuhren, bestätigte sich, dass es im Wald brennt.“ Mit Ästen von einer in der Nähe liegenden Krone einer Kiefer schlugen der Malk-Göhrener, seine Frau und die neun und zwölf Jahre alten Töchter auf die Ränder der brennenden Fläche ein, um ein Ausbreiten zu verhindern. „Wir hatten Glück, dass die Stelle wegen des Hanges ein bisschen windgeschützt ist, sonst hätte sich das Feuer womöglich schneller ausgebreitet“, sagte Ulf Baumgart, der als Revierförster in Wabel ein Mann vom Fach ist. Seine Tochter – passenderweise im rot-weißen Kleid – hatte er an die Straße geschickt, um die alarmierten Feuerwehren aus Malliß und Heiddorf heranzulotsen. Die hatte Baumgarts Schwager bereits alarmiert, der das Feuer fast zeitgleich entdeckt hatte.

Neben dem Hochsommer ist das Frühjahr die Zeit mit der höchsten Waldbrandgefahr. „Während es im Sommer die hohen Temperaturen sind, sorgt jetzt das trockene Gras für große Gefahr“, erklärte Reginald Rink. Sein Forstamtsbereich gehört generell zu den am meisten gefährdeten. „Wegen des armen, trockenen Bodens haben wir hier sehr viele Kiefern, und die brennen eigentlich immer“, so Rink.

Die paar Tropfen Regen gestern haben an der Waldbrandwarnstufe nichts geändert. „Dafür sind 0,5 Millimeter Niederschlag einfach zu wenig“, erklärte Sven Seifert beim Blick auf die gerade übermittelten Wetterdaten. Aus Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchte, Windstärke und einem Vegetationsfaktor errechnet der Forstamtsmitarbeiter über ein Punktesystem die aktuelle Warnstufe. Für ein bisschen Entspannung hat die Natur in dieser Woche gesorgt. Am Dienstag war der Blattaustrieb der Birken festgestellt worden. Wenn die Robinie blüht, wird die Gefahr weiter sinken. Aber bis dahin vergehen noch drei Wochen. 

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