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Neustadt-Glewe : „Warnschuss“ zur rechten Zeit

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nach Dammbruch am Störkanal wird Notwendigkeit von umfassenden Sanierungsmaßnahmen hervorgehoben

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2016 | 10:54 Uhr

Der Dammbruch an der Störwasserstraße – die Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren. „Durch den Einbau von Wasserbausteinen und Kies konnte die etwa fünf Meter breite Bresche soweit stabilisiert und verschlossen werden, dass die Menge des in das angrenzende Grabensystem strömende Wasser deutlich reduziert wurde“, erklärte gestern Bettina Kalytta, Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg (WSA). Eine Ausweitung des Dammbruches sei damit unterbunden worden. Die Arbeiten wurden  gestern fortgesetzt.

Der Seitendamm der Störwasserstraße war am Dienstagmittag oberhalb der Hohen Brücke bei Neustadt-Glewe gebrochen (SVZ berichtete). Für Christian Rosenkranz, als Beauftragter der Bundeswehr für die zivil-militärische Zusammenarbeit mit dem Landkreis verantwortlich, sind die Dämme an der Störwasserstraße eine „tickende Zeitbombe“. Er sagt: „Die Dämme sind uralt, bestehen noch aus dem Aushub des Kanalbaus (vor ca. 300 Jahren – d.R.). Der Bewuchs und Tiere haben den Zustand der Dämme stetig verschlechtert. Darauf habe ich seit Langem hingewiesen.“ Er habe nach dem Dammbruch in dieser Woche Informationen, nach denen jetzt   an der Bruchstelle Sandsäcke aus den 1990er-Jahren gefunden wurden. „Demnach könnte es hier schon mal Probleme gegeben haben.“

Bettina Kalytta konnte gestern Vormittag gegenüber SVZ zunächst keinen größeren Dammbruch  an besagter Stelle in den vergangenen  rund 20 Jahren  bestätigen, sagte aber: „Es könnte  dort aber  durchaus mal Probleme gegeben haben, so dass an der einen oder anderen Stelle Sicherungsmaßnahmen  durchgeführt und Sandsäcke verlegt wurden.“ Das treffe beispielsweise zu, wenn der Damm absacke.

Ein Problem sei der Biber, der die Dämme zerstöre. „Der macht uns in letzter Zeit häufiger zu schaffen“, so Bettina Kalytta.  Unabhängig vom Bruch in dieser Woche seien Dammsanierungen an der Störwasserstraße vorgesehen. Walter Jahnke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes „Untere Elde“, bekräftigt: „Die Deiche sind marode und die geplante Sanierung unbedingt nötig. Denn hinter den Deichen liegen nicht nur Grünflächen, sondern auch bebaute Gebiete.   Bei der Sanierung müssen alle beteiligten Seiten einschließlich des Naturschutzes an einem Strang ziehen.  Und auch bei sanierten Deichen müssen wir aufpassen,  beispielsweise auf den Biber, der dort seine Höhlen baut.“

 Christian Rosenkranz, der auch CDU-Fraktionsvorsitzender in der Neustädter Stadtvertretung und Kreistagsabgeordneter ist, sieht im Dammbruch in dieser Woche aber auch etwas Positives. „Da keine Menschen gefährdet wurden,  ist dies die beste Warnung, die wir bekommen können.“ Man müsse jetzt handeln. Dazu gehöre auch die Bildung einer Wasserwehr in Neustadt-Glewe. „Diese Leute müssen entsprechend ausgebildet sein.“ Auf keinen Fall dürfe, so wie es  vor einigen Jahren  seitens der  damaligen Verwaltung geplant war,  die freiwillige Feuerwehr als Wasserwehr eingesetzt werden. Die habe im Notfall andere Aufgaben zu erfüllen.

Auch Neustadt-Glewes Bürgermeisterin Doreen Radelow (SPD) sieht den Deichbruch als „Warnschuss, der noch  relativ glimpflich  ausgegangen ist. Wir müssen ihn aber zum Anlass nehmen, uns grundlegend Gedanken zum Thema zu machen“, sagt die Bürgermeisterin, die auch Leitende Verwaltungsbeamtin ist.

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