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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 04:51 Uhr

Unfall bei Picher : War es ein Wolf?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wildwechsel auf B 5 bei Picher, das Tier läuft nach dem Zusammenstoß weiter. Die Jagdpächter sind nicht zuständig.

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Das passiert einem wahrscheinlich auch nicht alle Tage: Ein Auto hat am Mittwoch auf der Bundesstraße 5 bei Picher vermutlich einen Wolf angefahren. Das Tier lief nach dem Vorfall weiter und konnte nicht gefunden werden. Am Pkw selbst entstand kein Sachschaden, heißt es gestern in einer Mitteilung der Polizei an unsere Lokalredaktion.

Der Fahrer des betreffenden Wagens habe die Polizei über diesen Vorfall informiert. Seiner Auffassung nach, handelte es sich dabei um einen Wolf, der plötzlich über die Straße gelaufen sei, teilen die Beamten mit. Passende Pfotenabdrücke seien am Ort des Geschehens im Schnee festgestellt worden. Die Polizei habe daraufhin das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) informiert.

„Uns war vor allem wichtig, über diesen konkreten Verdacht die Öffentlichkeit zu informieren,“ erklärte Polizeisprecherin Katja Herbert gestern dazu auf Nachfrage. Hundertprozentig stehe noch nicht fest, dass es sich um einen Wolf gehandelt habe. Aber der Fahrer der Unfallautos habe eine so glaubhafte Schilderung abgegeben, dass man den Verdacht als gegeben ansah.

In dem Fall gibt es bisher auch keine Anzeige wegen Wildschadens und vor allem wurde das verletzte Tier bisher nicht gefunden. Hier wollte die Polizei vorsorgen für den Fall, dass doch noch demnächst ein toter Wolf gefunden werde.

Dass der Fahrer sich völlig korrekt verhalten habe, sagt Sven Drewke, der Vorsitzen de des Kreisjagdverbandes Ludwigslust e. V. gestern auf SVZ-Nachfrage. „Es muss immer als Allererstes die Polizei angerufen werden, nicht der Jagdpächter, wenn tatsächlich ein Wolf angefahren sein sollte. Das Tier fällt nämlich nicht unter das Jagdrecht und ist streng geschützt. Deshalb entscheidet immer die Polizei vor Ort, was als nächstes zu geschehen hat.“ Die informiere in der Regel dann auch den zuständigen Wolfsbeauftragten. „Wir als Jäger haben in einem solchen Fall keinen Handlungsbedarf, weil wir es nicht dürfen.“

Bei dem Tier könnte es sich vermutlich um einen Wolf aus dem Rudel der Leussower Heide handeln. Denn laut Wildbiologe Dr. Norman Stier seien die Wölfe aus der Heide in jüngster Zeit über GPS-Signale meistens bei Picher und Jasnitz geortet worden.

Vor wenigen Tagen war über den illegalen Abschuss des Wolfes „Arno“ berichtet worden, in dem Fall ermittelt die Kripo. Wenig später gab es auch Gerüchte über einen zweiten Abschuss bei Lübtheen. Das wurde aber vom zuständigen Landesministerium offiziell zurückgewiesen.

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