Wann wird das gesendet?

Schon von Kindesbeinen an vom Wetter fasziniert:  NDR-Meteorologe Stefan Kreibohm stellte vorgestern Abend in der Ludwigsluster Stadthalle sein erstes Buch vor.
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Schon von Kindesbeinen an vom Wetter fasziniert: NDR-Meteorologe Stefan Kreibohm stellte vorgestern Abend in der Ludwigsluster Stadthalle sein erstes Buch vor.

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05. September 2012, 08:18 Uhr

Ludwigslust | Der Tag des NDR-Wettermannes in der Station in Kloster auf Hiddensee fängt ziemlich früh an. Noch im Schlafanzug absolviert er gegen fünf am Morgen die ersten Wettergespräche. Erst später geht es unter die Dusche und zum Brötchen holen. Zu Ende geht der normale Arbeitstag von Stefan Kreibohm, der mit seiner Familie übrigens nicht auf Hiddensee, sondern auf Rügen wohnt, am frühen Nachmittag - wenn die tägliche Wettervorhersage für das "Nordmagazin" des NDR-Fernsehens aufgezeichnet wurde. Insgesamt hat der gebürtige Parchimer, der seit nunmehr 14 Jahren von der Insel für Radio und Fernsehen und mitunter auch für Zeitungen über das Wetter berichtet, jeden Tag knapp zehn Stunden zu tun - eine obligatorische Kaffeepause eingeschlossen: "Der Tag ist einigermaßen gut gefüllt."

Diese und viele andere Details aus der Arbeit des Meteorologen erfuhren die knapp 300 Besucher am Dienstagabend in der Ludwigsluster Stadthalle bei der Präsentation des ersten Buches von Stefan Kreibohm, zu der die Stadtbibliothek in Zusammenarbeit und mit finanzieller Unterstützung der Buchhandlung Gabriela Paul eingeladen hatte. Als die ersten Einladungen rausgeschickt wurden, hieß das im renommierten Rostocker Hinstorff-Verlag erschienene Buch übrigens noch "Alle Wetter!" Nach einem Titelstreit mit einem anderen Sender außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern firmiert die Neuerscheinung jetzt unter dem auch recht einprägsamen Titel "Kreibohms Wetter!" - ganz nebenbei taucht so der Name des Autors gleich zwei Mal auf dem vorderen Umschlag des 112-seitigen Buches auf.

Aber zurück zu dem Abend in der Ludwigsluster Stadthalle, den Stefan Krei bohm in einer Mischung aus Buchlesung und Wettervortrag sehr informativ und kurzweilig zu gestalten wusste. Ehe er auf das Wetter und auf seine Arbeit auf Hiddensee zu sprechen kam, bot er dem Publikum Einblicke in seine Biographie, die überraschenderweise mehr mit Ludwigslust zu hatte, als man es bei dem gebürtigen Parchimer erwarten konnte. Aber als Kind habe er oft genug in Ludwigslust zu tun gehabt, denn hier praktizierte damals der bekannte Augenarzt Dr. Werner Keil, wohin ihn sein Großvater immer mit dem Lada gefahren hatte. Aufgewachsen war Kreibohm in Parchim, wo er sich schon von Kindesbeinen an für das Wetter interessierte und seinen Eltern erklärte: "Ich möchte Meteorologe werden." Und diesen Berufswunsch setzte er dann noch zu DDR-Zeiten zielstrebig in die Tat um, absolvierte zunächst in Potsdam eine Lehre zum "technischen Assistenten für Meteorologie". Nach der Wende arbeitete Kreibohm als Wetterbeobachter an den Wetterstationen Neuruppin und Marnitz sowie als Wetterdiensttechniker am Meteorologischen Institut der Freien Universität Berlin. Auch wenn es ihm dort nicht schlecht gefiel, wollte der Mecklenburger doch schon immer zurück in die Heimat. Dieses Gefühl traf auf eine Idee von Jörg Kachelmann, der wiederum vom NDR mit dem Aufbau einer täglichen Wetterberichterstattung beauftragt worden war. Und auf diesem, etwas verschlungenem Pfade kam Kreibohm wieder nach Hause und nach Hiddensee. Noch heute sei er dem NDR dafür dankbar. Und noch immer mache ihm diese Arbeit großen Spaß, erklärte Kreibohm. Danach berichtete der NDR-Wetterfrosch noch kurz, wie der Hinstorff-Verlag mit der Buchidee an ihn herangetreten sei, und setzte sich energisch mit viel Blödsinn übers Wetter in den Medien auseinander, zumindest in Teilen der Medienlandschaft, wie Kreibohm relativierend hinzufügte.

Und danach ging es dann um das eigentliche Wetter, das immer chaotisch und gerade deswegen aber auch faszinierend sei. Das Wetter werde von jedem Menschen anders erfahren, und das Wetter lasse sich niemals in allen Details vorhersagen. Einer der Gründe, weshalb man wohl ein bisschen verrückt sein muss, um Meteorologe zu werden und zu sein. Sehr anschaulich und mit vielen bildhaften Vergleichen erläuterte Stefan Kreibohm, wie Wetter eigentlich funktioniert, wie es zu Wolken und zu Schauern kommt und was zum Beispiel die norwegischen Berge mit dem Wetter im deutschen Nordosten zu tun haben.

Die insgesamt vergnügliche Kreibohm-Wetter-Präsentation in der Stadthalle endete wie auch sein Buch - mit einer Antwort auf die öfter zu hörende Frage "Wann wird das gesendet?" und mit einigen Erlebnissen während seines Arbeitstages auf Hiddensee. Außerdem gab es noch ein paar Fragen, wenige Fragen, schließlich hatte der weit gereiste Gast zuvor schon fast alles beantwortet, was man übers Wetter und über den NDR-Wetterfrosch wissen wollte. Ein ganz cleverer Besucher, der wegen des heutigen Abends leider das Nordmagazin nicht habe sehen können, wollte wissen, wie denn das Wetter morgen sein würde. Und Kreibohm sagte es ihm und den anderen.

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