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Auf dem Weg zur Mecklenburgischen Seenplatte passieren die Skipper mit ihren Traumschiffen auch die legendäre Schleuse in Garwitz. Fotos: Wolfried Pätzolod
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Auf dem Weg zur Mecklenburgischen Seenplatte passieren die Skipper mit ihren Traumschiffen auch die legendäre Schleuse in Garwitz. Fotos: Wolfried Pätzolod

Skipper aus nah und fern schätzen Revier zwischen Eldedreieck und Plauer See / Anspruchsvolle Technik hat mitunter ihre Tücken

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31. Juli 2015, 07:00 Uhr

Langsam öffnen sich die Schleusentore in Garwitz und geben die Wasserstraße zur Mecklenburgischen Seenplatte frei. Obwohl Uwe Donath als erfahrener Segler über seemännische Erfahrung verfügt, hat er auf dieser Tour durchaus etwas Lampenfieber. Zusammen mit Simone Donath ist er quasi auf Jungfernfahrt. Ihre mehr als 30 Jahre alte Jolle, eine so genannte „Gerlach-Schale“ aus DDR-Zeit, hat die Bootswerft Schubert gründlich aufpoliert. Nun wollen beide einen vierwöchigen Törn über die Elde-Müritz-Wasserstraße unternehmen und sich damit einen Urlaubstraum erfüllen. „Viel hat sich in den vergangenen Jahren in einem der schönsten Wassersportreviere verändert. Inzwischen muss man aber auch die meisten Schleusen selbst bedienen, aber das klappt gut“, meint Simone Donath. Dass nun alles auch etwas langsamer geht, macht den meisten Wassersportfreunden ohnehin nichts aus, schließlich machen sie Urlaub.

Dass sich die Schleusentore und auch einige Brücken wie von Geisterhand öffnen, ist der weit vorangeschrittenen Automatisierung geschuldet. In der Leitzentrale des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Parchim laufen an diesem Tag die Fäden bei Doris Deege und Margrit Krause zusammen. Beide haben bereits mehr als 25 Jahre als Schleusenwärterinnen vor Ort gearbeitet, bevor sie nun am Computerbildschirm die Anlagen überwachen und bei Bedarf auch steuern. Zehn Frauen und Männer wechseln sich ab. „Die Technik ist anspruchsvoll und hat mitunter ihre Tücken“, gibt David Borchert als Leiter des Parchimer Außenbereiches zu bedenken. In den vergangenen Tagen war wieder einmal der „Wurm“ drin. An einzelnen Schleusen gab es Wartezeiten, weil die Überwachungstechnik versagt hat. „Sicherheit hat Priorität. Unsere Servicetechniker machen sich so schnell wie möglich auf den Weg, um vor Ort einzugreifen. Uns sind zum Teil die Hände gebunden“, so David Borchert. So fallen beispielsweise des Öfteren zwei der vier Überwachungskameras der Störbrücke bei Plate aus, weil die Kapazität der Datenleitungen einfach nicht ausreicht. Dann muss das Öffnen und Schließen der Brücke manuell überwacht werden. Und auch Petrus meint es in diesem Sommer nicht immer gut mit den Wassersportlern. „Starker Wind setzt uns zu. Immer wieder stürzen Bäume bei orkanartigen Stürmen in den Kanal und müssen per Kran beseitigt werden“, sagt der junge Chef. Behinderungen sind dann unvermeidbar.

Erfreulich stabil ist der Wasserstand. Mit rund zwei Metern liegt der Plauer See im Normbereich. Damit dürfte es in der Saison keine Niedrigwasser bedingten Einschränkungen auf dem Elde-Müritz-Kanal geben. In einigen Häfen ist aber zu spüren, dass Skipper, die über die ziemlich flache Elbe kommen, von einer Fahrt zur Seenplatte lieber Abstand nehmen.  

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