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Ludwigsluster Tageblatt

13. Dezember 2017 | 00:45 Uhr

Grabow : Waldstadion ohne Empor-Fußball

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stadt Grabow verweist auf Vertrag mit SG 03 Ludwigslust/Grabow / SG-Vorstand führt rechtliche und personelle Gründe an

von
erstellt am 16.Jun.2017 | 07:00 Uhr

Fußball hat Mattis schon immer gern gespielt. Bis vor Kurzem aber nur auf dem Schulhof – oder mit Papa und seinen Freunden auf dem kleinen Feld im Garten hinter dem Elternhaus in Fresenbrügge. Doch jetzt ist der Elfjährige richtiger Vereinsspieler und läuft für die BSG Empor Grabow auf. „Schön wäre es, wenn er auch mal mit dem Fahrrad zum Training und zu den Spielen fahren könnte“, sagt Vater Mario Fichtner. Doch genau das ist nicht möglich. Denn der Verein trägt zwar den Namen der Eldestadt, im Grabower Waldstadion darf er jedoch nicht aktiv werden. Stattdessen fahren die Kicker zumeist nach Kremmin. „Wir dürfen das Waldstadion in Grabow nicht nutzen“, erklärt Rüdiger Otto, der bei der Nachwuchsausbildung des Vereins die Fäden in der Hand hält. „Obwohl die vier Plätze häufig nicht belegt sind, haben wir auf unsere offiziellen Anfragen von der Sportgemeinschaft und der Stadt Grabow Absagen bekommen.“

In Kremmin sei man dagegen mit offenen Armen aufgenommen worden, so Rüdiger Otto. Doch die Situation werde immer schwieriger, auch weil immer mehr Spieler zum Verein stoßen. „In der kommenden Saison stehen wir mit vier Jugendmannschaften und den Männern im Punktspielbetrieb. Ich fürchte, dass der Platz in Kremmin diese Belastung durch Training und Punktspiele nicht hergibt.“

Der Vorstand der SG 03 Ludwigslust/Grabow verweist auf SVZ-Anfrage darauf, dass es aktuell keine Anfrage der Empor-Fußballer zur Nutzung des Waldstadions gibt. Zudem sei deren offizielle Spielstätte das Fußballstadion in Kremmin. Dass eine neuerliche Anfrage aber zu keinem anderen Ergebnis führen würde, lässt Carsten Wolff, 1. Hauptvorsitzender der SG 03, gleich selbst durchblicken. „Im Übrigen hatten wir bereits mit Schreiben vom 10.03.2016 gegenüber der BSG Empor Grabow e.V. mitgeteilt, dass nach umfassender Erörterung im Hauptvorstand der SG 03 eine gemeinsame Nutzung des Waldstadions in Grabow aus rechtlichen, organisatorischen und personellen Gründen nicht möglich ist.“ Was konkret damit gemeint ist, bleibt jedoch unklar.

Die Stadt Grabow, der das Waldstadion gehört, hätte mit einer gemeinsamen Nutzung offenbar kein Problem. „Wenn die beiden Vereine sich einigen würden, müsste die Stadt gar nicht gefragt werden“, erklärt Dirk Dobbertin, Vorsteher der Grabower Stadtvertretung. Ansonsten seien der Kommune die Hände gebunden. „Wir haben mit der SG 03 einen bestehenden Vertrag, der vorzüglich bedient wird“, so Dobbertin. „Den können wir nicht kündigen und haben auch keinen Grund dazu.“ Die SG 03 zahlt nach Aussage von Bürgermeister Stefan Sternberg unter anderem anteilig Nebenkosten und bedient einen Altkredit, den die Stadt dem früheren Grabower FC gewährt hatte. Ohne diese Zahlungen wäre das Waldstadion, das nur noch für den Vereinssport genutzt wird, für die Stadt wirtschaftlich kaum tragbar. „Wir wollen das Waldstadion. Es wäre schade, wenn so eine Spielstätte kaputt gehen würde“, so Dobbertin. Als Präsidium der Stadtvertretung habe man auch angeboten zu vermitteln.

„Es geht doch hier darum, Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen und sie für den Sport zu begeistern“, sagt Rüdiger Otto, Trainer mit B-Lizenz, und verweist auf mittlerweile rund 50 Nachwuchskicker, vor allem aus den Dörfern. „Die Kinder, die jetzt bei uns trainieren, waren vorher in den allermeisten Fällen in keinem Verein organisiert.“ Man habe im Nachwuchsbereich also nicht etwa Spieler von der SG 03 abgezogen. Von zwei Kindern, die dort nicht mehr eingesetzt wurden, gebe es jetzt Anfragen. Im Männerbereich wären einige Spieler zu Empor gewechselt.

Inzwischen arbeitet Empor Grabow an anderen Lösungen. So sollen auch die Sportplätze in Balow (wie bisher schon von der D-Jugend) und Möllenbeck genutzt werden. Damit wird Mattis auch in der nächsten Saison zu Training und Spielen gefahren werden müssen. Trotzdem freut er sich auf die Spielzeit. Denn dann kann er mit seinen Freunden aus der Grundschule in einer Mannschaft spielen.

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