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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 12:58 Uhr

Ludwigslust : Wahlkampf statt Semesterferien

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wirtschaftsrecht-Student tritt als Direktkandidat für die Partei „Die Linke“ an. Er will mit Jugend und politischer Erfahrung punkten

Während viele seiner Studienkollegen noch die vorlesungsfreie Zeit genießen, ist André Walther täglich in Westmecklenburg auf Achse. Er trommelt für seine Partei für die Bundestagswahl am 24. September. Der 28-Jährige ist Direktkandidat der Linken im Wahlkreis 12, zu dem auch die Regionen Ludwigslust und Hagenow gehören.

Schon früh hatte André Walther den Weg Richtung Politik eingeschlagen. Mit 16 wurde er Mitglied der Partei „Die Linke“, mit 20 Stadtvertreter in Schwerin, und seit vier Jahren sitzt er im Landesvorstand. „Politik ist mein Hobby“, sagt er. Wie es dazu kam, weiß Walther noch genau. „Ich habe als Schüler oft gejobbt und dabei Menschen getroffen, die sich 40 Stunden in der Woche abstrampeln und am Ende trotzdem nicht genug Geld haben“, erzählt er. „Im Einzelhandel waren das oft alleinstehende Mütter.“ Und obwohl viele Geringverdiener den Anspruch hätten, würden sie aufs Aufstocken (ergänzende Hartz 4-Leistungen, d. Red.) verzichten. Auf der einen Seite Kinder- und Altersarmut, auf der anderen Seite immer mehr Vermögen in immer weniger Händen. „Da habe ich gedacht, dass in diesem Land irgendetwas falsch läuft“, sagt der 28-Jährige, der einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftsrecht hat und an der Hochschule Wismar gerade seinen Master macht. Und daher würden eine Vermögenssteuer auf große Vermögen, Erhöhungen des Spitzensteuersatzes und des steuerlichen Grundfreibetrages sowie ein Mindestlohn von 12 Euro zu seinen politischen Zielen – und denen seiner Partei – gehören. „Niedriglöhner von heute sind die Armutsrentner von morgen“, so André Walther. Und das sei gerade in einem Niedriglohnland wie Mecklenburg-Vorpommern ein großes Thema. Eine weitere Forderung des Jung-Politikers ist ein einheitliches Schulsystem in Deutschland.

Dass er sich um ein Direktmandat für den Bundestag bewirbt, sei eine logische Konsequenz daraus, dass er schon seit Jahren Verantwortung in seiner Partei übernimmt, inzwischen auch deren stellvertretender Landesvorsitzender ist. „Ich unterstelle meinen Mitbewerbern, dass sie die Interessen der Mehrheit der Menschen unserer Region im Bundestag nicht vertreten“, erklärt André Walther seine Motivation. Er hofft, als wesentlich jüngerer Kandidat punkten zu können, der die Menschen „unten“ kenne und Bodenhaftung habe.

Demnächst will André Walther ein Semester an einer Partnerhochschule in Russland studieren. Auch seine Masterarbeit beschäftigt sich mit diesem auch für die Wirtschaft in MV nicht unbedeutenden Land – und den aktuellen Sanktionen. „Die Landwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe sind die größten Verlierer“, sagt der Kandidat. Auch mit Blick auf andere Krisenherde in der Welt plädiere er für ein zivil-militärisches Friedensbündnis unter Beteiligung von Russland. „Das Nato-Bündnis ist überholt“, so Walther. „Wir müssen Krisen auf diplomatischer Ebene lösen.“

 

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