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Ludwigsluster Tageblatt

18. Oktober 2017 | 20:45 Uhr

Ludwigslust : Waffenlager im Bahnhofsviertel

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Polizei entdeckt bei 26-Jährigem Softairpistolen, Hieb- und Stichwaffen / Durch Schuss auf Verkehrsschild Anwohner aufgeschreckt

von
erstellt am 04.Apr.2014 | 21:15 Uhr

Ein ganzes Arsenal an Softair- und Schreckschusswaffen, Hieb- und Stichwaffen hat die Polizei am Donnerstagabend in Ludwigslust ausgehoben. Zu Hilfe kam den Beamten der Eigentümer selbst. Er hatte zuvor mit einer Softairwaffe geschossen und damit Anwohner in der Rudolf-Tarnow-Straße aufgeschreckt. Sie informierten über Notruf die Polizei.

Gegen 16.30 Uhr war der Anruf eingegangen. Drei männliche Personen würden auf offener Straße mit Schreckschusswaffen schießen, hieß es in der Erstmeldung. Vor Ort wurde jedoch schnell klar, dass von einem Balkon eines Mehrfamilienhauses aus auf ein Verkehrsschild geschossen worden war. Die betreffende Wohnung war schnell ermittelt, doch die Tür blieb trotz mehrmaligen Klingelns der Einsatzkräfte geschlossen. „Befragungen vor Ort ergaben dann, dass der Wohnungsinhaber als waffenverliebt gilt und viele Softair- und Schreckschusswaffen besitzen soll“, berichtete Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust. Die Beamten nahmen Kontakt zur Staatsanwaltschaft auf, die die Durchsuchung der Wohnung und dazugehöriger Räume anordnete. „Als der von uns angeforderte Schlüsseldienst eintraf, öffnete der Tatverdächtige überraschend doch noch die Tür“, so Küchler. Einen Teil der Waffen habe er den Polizisten dann selbst gezeigt. Außerdem kam der Sprengstoffsuchhund des Polizeihauptreviers zum Einsatz.

Am Ende hatten die Beamten vier Softair- und eine Schreckschusspistole, sieben Maschinenpistolen und zwei Gewehre – allesamt Softair- und Anscheinswaffen, acht Messer, Dolche und Säbel sichergestellt. Hinzu kamen 42 echte Maschinenpistolenpatronen vom Kaliber 7,62 und szenetypische Rauschgiftutensilien. Einige Hieb- und Stichwaffen waren offenbar als Dekowaffen gekauft, aber nachträglich scharf geschliffen worden.

Der Tatverdächtige – ein 26-jähriger Mann, der bereits wegen Rauschgift-Delikten polizeibekannt ist – sei weitestgehend geständig, so der Revierleiter. Ihn erwarten nun Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Betäubungsmittelgesetz.

Softairwaffen sind zwar genehmigungsfrei, dürfen nach Aussage von Gilbert Küchler jedoch nicht in der Öffentlichkeit geführt und nur auf abgesperrtem Gelände genutzt werden. Das Landeskriminalamt werde alle Waffen untersuchen, um zudem festzustellen, ob sie möglicherweise manipuliert worden sind. Für eine Schreckschusswaffe benötigt der Besitzer einen kleinen Waffenschein. Ob der 26-Jährige diesen hat, wird geprüft. Butterflymesser sind laut Waffengesetz ganz verboten, Munition für automatische Schusswaffen ebenso.

Was mit den beschlagnahmten Waffen geschieht, werde das Gerichtsverfahren zeigen, so Küchler.


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