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Ludwigsluster Tageblatt

13. Dezember 2017 | 16:08 Uhr

Ludwigslust : Waffenfunde an der Grotte im Park

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Männer einer Ludwigsluster Baufirma entdecken bei Restaurierungsarbeiten zwei Säbel / An Leiter des Schlosses übergeben

von
erstellt am 09.Sep.2014 | 07:00 Uhr

Der Ludwigsluster Schlosspark hält noch so manche Geheimnisse bereit. Eines hat sich dieser Tage bei den Sanierungsarbeiten an der Grotte aufgetan. 1788 als künstliche Ruine angelegt, wird sie gegenwärtig restauriert.

Als Peter Zwergk und Marco Meyenburg vom Ludwigsluster Bauunternehmen Hintze ein Stück Fundament freilegen, fällt ihnen zunächst ein Stück rostiges Metall auf, das dort nicht hingehört. Sie sehen nach und legen nach und nach zwei Säbel frei.

Diese sind nun Peter Krohn, dem Leiter des Schlosses, übergeben worden – zuvor provisorisch auf einer Bauplatte befestigt, um den teils durchgerosteten Stahl vor Transportschäden zu schützen. Bis sich Experten damit beschäftigen, werden die Fundstücke jetzt eingelagert.

Schon beim ersten Draufgucken fällt Krohn das Wappen des Herrscherhauses von Friedrich Franz auf. Ob es das von Friedrich Franz I. ist, scheint wahrscheinlich, ist aber auf den ersten Blick nicht zu erkennen.

Mithin bietet der Fund jede Menge Raum für Spekulationen. Sind die Säbel vielleicht hier vergraben worden, als das mecklenburgische Militär kurzzeitig nicht mehr existierte? Das war 1806, als französische Truppen das Land besetzten, Friedrich Franz I. nach Altona unter dänischen Schutz floh, Mecklenburg einem französischen Gouverneur unterstellt und alles einheimische Militär aufgelöst wurde. Schon 1807 kehrte der Herzog zurück, um 1808 dem Rheinbund beizutreten, einem Militärbündnis deutscher Staaten mit Frankreich. Ob die vergrabenen Waffen damit zu tun haben, wird sich schwerlich noch aufklären lassen.

Peter Zwergk und Marco Meyenburg haben unterdessen ihre Arbeit fortgesetzt. Sie entfernen alten Putz, um diesen anschließend zu erneuern. Das Besondere an der Grotte: Hofbaumeister Johann Joachim Busch hatte sie in Raseneisenstein errichtet. Dieser Baustoff, von dem nach der letzten Eiszeit ergiebige Lagerstätten in ganz Norddeutschland entstanden, ist heute kaum noch zu finden.

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