Neustadt-Glewe : Wärme nutzen aus der Erde

Christian Rosenkranz (l.), Aufsichtsratvorsitzender der Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, beantwortete Besucherfragen.  Fotos: sost
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Christian Rosenkranz (l.), Aufsichtsratvorsitzender der Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, beantwortete Besucherfragen. Fotos: sost

Die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH lud Besucher zu einem Rundgang ein und erklärte die Geothermie

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27. April 2015, 08:00 Uhr

Wie kann die gespeicherte Energie unterhalb der Erdoberfläche genutzt werden? Reicht die Temperatur überhaupt aus, um damit Haushalte zu versorgen? Und ist diese Wärme im Boden irgendwann aufgebraucht? Diese und viele weitere Fragen beantwortete am vergangenen Sonnabend die Firma Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH beim Aktionstag für erneuerbare Energien. Koordiniert wurde diese bundesweite Veranstaltung vom Energieministerium, um der Öffentlichkeit Projekte und Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien vorzustellen.

Mario Hielscher, Heizwerksleiter der Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, führte Besucher durch die Hallen der Firma und erklärte, wie der Kreislauf der Geothermie funktioniert. Mithilfe einer Abbildung erzählte er, welche Vorkehrungen geschaffen werden müssen, um dann die Wärme aus dem Erdinneren nutzen zu können. Dabei erklärte er, dass zuerst Probebohrungen gemacht wurden, um herauszufinden, wie viel Wasser im Boden vorhanden ist und welche Temperatur dieses besitzt. „Die Wasserschicht im Erdboden wird als Aquifer bezeichnet“, sagte er und führte fort, dass in Neustadt-Glewe bei einer Bohrtiefe von 2,3 Kilometern die Temperatur ungefähr 100 Grad Celsius beträgt. „In anderen Regionen kann das variieren“, sagte er und wies darauf hin, dass die tiefste Bohrung in Deutschland neun Kilometer beträgt, da dort erst die geeignete Temperatur zur Nutzung der Geothermie gefunden wurde.

Jährlich werden im regulären Betrieb der Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH teilweise über 90 Prozent der abgegebenen Fernwärme aus geothermischer Energie gewonnen, so Hielscher. Der restliche Energiebedarf wird mit dem Spitzen- und Reservekessel auf Gas- oder Ölbasis erzeugt.

Auch Christian Rosenkranz, Aufsichtsratsvorsitzender der Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, stand den Besuchern für Fragen zur Verfügung. „Erdwärme ist ein komplexes Thema. Es wird viel geforscht und untersucht. Wir wollen die fossilen Brennstoffe irgendwann verdrängen“, sagte er. Den Unterschied zu anderen erneuerbaren Energien verdeutlichte auch Hielscher den Besuchern: „Die Erdwärme ist die einzige regenerative Energie, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr verfügbar ist. Bei Sonne und Wind sieht das anders aus.“ In Neustadt-Glewe werden mit der Geothermie rund 1300 Haushalte versorgt und das Ziel einer kohlenstoffdioxidfreien Stadt weiter verfolgt.

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