Valluhn : Wachstum mit klarem Öko-Anspruch

Edeka-Fleischwerk: Die Zerleger leisten eine besonders harte Arbeit.  Fotos: Archiv/Mayk Pohle
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Edeka-Fleischwerk: Die Zerleger leisten eine besonders harte Arbeit. Fotos: Archiv/Mayk Pohle

Edeka-Fleischwerk will auch im konventionellen Bereich Vorreiter bei Transparenz sein / Ausbau in Valluhn geht ungebrochen weiter

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22. April 2015, 07:00 Uhr

Das Edeka-Fleischwerk im Businesspark setzt auch in den kommenden Jahren klar auf Wachstumskurs ohne dabei die Qualitätsthemen aus dem Auge verlieren zu wollen. Das hat Geschäftsführer Stephan Weber jetzt Landwirtschaftsminister Till Backhaus bei dessen Besuch im Werk berichtet. Das Werk, das offiziell Nordfrische-Center heißt, hat sich gerade in den vergangenen Jahren zu einem Riesen auf dem regionalen Beschäftigungsmarkt gemausert. Dafür stehen zwei Zahlen: 280 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2014 und eine Zahl von aktuell 600 Beschäftigten. Davon gehören 450 zur Kernmannschaft, die anderen sind als Leiharbeiter oder über Werkverträge beschäftigt. Man sei dazu übergegangen, verstärkt Leiharbeiter in die Kernmannschaft zu integrieren. Weber: „Wir stellen jeden ein, der bei uns arbeiten möchte und das auch kann. Und wir gehen seriös mit allen um, die hier arbeiten. Ohne die zusätzlichen Arbeitskräfte, die wir z. B. über Zeitarbeitsfirmen bekommen und ohne die vielen ausländischen Mitarbeiter, würde sich hier bei uns kein großes Rad drehen lassen“, erklärte der Fleischwerkchef auf SVZ-Nachfrage. Das Problem des Fachkräftemangels ist im Fleischwerk nicht erst in den letzten zwei Jahren aufgetaucht. Umso beachtlicher ist die Zahl von derzeit 24 Lehrlingen.

Acht Jahre nach seiner Eröffnung, auch das wurde dem aufmerksamen Minister erzählt, stoße der riesige Produktionsbetrieb mit seinen derzeit 43 000 Quadratmetern an seine Grenzen. Vor allem in der Logistik. Bis zu 35000 rote Kisten stellen so etwas wie die Lebensader im Werk dar. Über diese „Satten“ werden die Lieferungen für die einzelnen Läden zusammengestellt. Doch bei 720 Läden, die derzeit von Valluhn aus im ganzen Norden beliefert werden, sei das System klar an seine Grenzen gestoßen. Und so hat die Edeka Nord beschlossen auf der Reservefläche direkt vor dem Werk eine neues Logistikzentrum zu bauen. Anvisierter Fertigstellungstermin sei das Jahr 2017, die Investitionssumme dafür werde in zweistelligen Millionenbereich liegen. Welche Auswirkungen das auf die Zahl der Arbeitsplätze habe, könne man derzeit noch nicht genau sagen.

Zu denen, die diese Nachrichten vom weiteren Ausbau des Betriebes gern gehört haben, gehörte auch Marko Schilling, der Amtsvorsteher des Amtes Zarrentin. Schließlich hätten derartige Zuwächse, wie sie z. B. über die Edeka durch das Fleischwerk aber auch durch das benachbarte Zentrallager passierten, schon Auswirkungen auf die mittel- und langfristigen Planungen im Amtsbereich.

Unabhängig vom Werk sind das Schweriner Ministerium von Till Backhaus und die Edeka-Nord eine besondere Partnerschaft eingegangen. „Natur pur“ nennt sich die regionale Bio-Eigenmarke, an der auch der WWF mit seinem Projekt Landwirtschaft für Artenvielfalt“ beteiligt ist. Seit voriger Woche tragen einige Produkte u. a auch das WWF-Logo. Edeka wird in dem Zusammenhang nicht nur seine Bio-Schiene ausbauen (übrigens in enger Kooperation mit den Ludwigsluster Fleisch- und Wurstwaren) sondern sich und viele Produzenten an strenge Richtlinien bei der Aufzucht und Schlachtung der Tiere kümmern. Schon jetzt ist die Edeka Vorreiter bei der genauen Kennzeichnung ihres Fleisches auch außerhalb des Bio-Bereiches.

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