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Ludwigsluster Tageblatt

20. Oktober 2017 | 23:48 Uhr

Blitzer in Kummer : Wachsames Auge ist tot

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Unbekannte zerstören mit roher Gewalt und Böller Geschwindigkeitsmessanlage an der B 5. Die gespeicherte Daten sind aber gesichert.

von
erstellt am 30.Mai.2016 | 18:14 Uhr

Das Auge, das über die Raser auf der B 5 in Kummer wacht, ist tot. Der Blitzer am Straßenrand blickt nur noch aus leerer Höhle auf die Straße. Unbekannte haben die stationäre Geschwindigkeitsmessanlage beschädigt. Dabei wurde die runde Abdeckscheibe der Kamera offenbar eingeschlagen und ein Böller in das Gerät geworfen.

Polizeibeamte hatten den Vorfall im Rahmen ihrer Streifentätigkeit bereits am Sonnabend bemerkt. Offenbar ist die Tat im Laufe der letzten Woche verübt worden. Hinweise auf die mutmaßlichen Täter liegen bislang noch nicht vor. Aus diesem Grund bittet die Polizei in Ludwigslust (Telefon 03874 4110) um Hinweise.

Nach Auskunft von Klaus Wiechmann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, kommen solche Angriffe auf Blitzeranlagen sehr selten vor. Er ist seit fast zwei Jahrzehnten dabei und kann sich nur an sehr wenige Vorfälle erinnern. „Der letzte liegt allerdings noch nicht lange zurück. Es war Ende letzten Jahres, als Unbekannte die Messanlage an der B 191 zwischen Neustadt-Glewe und Ludwigslust absägten. Die war aber damals gar nicht mehr in Betrieb und sollte sowieso abgebaut werden, weil eine Ampelanlage dort installiert wurde“, so Klaus Wiechmann.

Im Kummeraner Fall haben die Polizeibeamten Reste des Böllers sichern können. Der Pressesprecher geht davon aus, dass vorwiegend Menschen solche Taten verüben, die schon mindestens einmal beim Rasen erwischt wurden. Übrigens hat die Zerstörungswut nichts genützt. Wie Andreas Bonin, Pressesprecher des Landkreises, bestätigt, wurden die in dem Gerät gespeicherten Daten nicht beschädigt und konnten gesichert werden. „Allerdings gehen wir momentan von einem Totalschaden des Gerätes aus“, sagt Bonin. Der Landkreis hat nach seinen Worten acht stationäre Messanlagen im Einsatz. Drei davon arbeiten mit Laser, sind also mit der modernsten Technologie ausgerüstet. Eine solche Anlage kostet 100 000 Euro, kann in beide Richtungen messen und ist zudem hochsicher. Stahl, Panzerglas und elektronische Alarmmeldung sorgen dafür, dass Vandalen extrem weniger Chancen haben.

Der Blitzer in Kummer ist nicht so modern, aber bewährt, wie Jens Richter von der Wismarer Firma Vetro Verkehrselektronik, die mit dem Landkreis zusammenarbeitet, bestätigt. „Der Traffiphot-S von Jenoptik geht eigentlich nur kaputt, wenn Gewalt angewendet wird“, so Richter.

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