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Neustadt-Glewe : „Wabeler Brücke“: Bauerlaubnis ist da

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Fördermittel für Errichtung eines neuen Bauwerks beantragt / Zusätzliche Barrieren verhindern Überquerung durch Kraftfahrzeuge

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Die Brücke über den Brenzer Kanal ist nun dicht. Neben Verkehrszeichen, Warnbaken und Betonringen verhindern jetzt auch zusätzliche Geländer auf dem Bauwerk dessen Überquerung durch Autos. Die Brücke war wegen Baufälligkeit zwar bereits seit Ende Mai 2014 gesperrt, doch einige Kraftfahrer hatten das Durchfahrtsverbot immer wieder missachtet, Sperren wurden sogar beiseite geschoben (SVZ berichtete).

Um die Brücke zwischen Neustadt-Glewe und dem Ortsteil Wabel ging es auch auf der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses Neustadt-Glewe. Die Mitglieder Sebastian Tappe und Bernd Bludowsky hatten die Zusammenkunft auch und vor allem wegen der Brücke beantragt.

Neustadt-Glewes Bürgermeister Arne Kröger, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes, konnte verkünden, dass zwei Förderanträge (Programm ländlicher Raum, Kofinanzierung) gestellt wurden, um den Neubau der Brücke (Kosten: 312    000 Euro) bezahlen zu können. Allerdings bliebe selbst bei Bewilligung der Fördermittel eine Summe übrig, für die Blievenstorf als Baulastträger der Brücke aufkommen müsste. Weil die Gemeinde aber auch diese Geldsumme nicht aufbringen kann, steht immer noch ein Problem im Raum. Sebastian Tappe fragte deshalb: „Wenn wir von Anfang an wissen, dass Fördermittel unser Problem nicht lösen, warum suchen wir dann nicht nach ganz anderen Wegen? Ich habe Interesse daran, dass der Weg schnell wieder hergestellt wird und möchte lösungsorientiert und nicht problemorientiert arbeiten.“ Daraufhin wurde im Ausschuss auch darüber gesprochen, ob es möglich sei, die Brücke Neustadt-Glewe zu übertragen bzw. dass die Stadt den Eigenanteil von Blievenstorf bei einem Neubau übernimmt.

Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens, warum die Brücke eigentlich Blievenstorf gehört. Denn immerhin ist das Bauwerk fast eine „Insel“ auf dem Gebiet Neustadt-Glewes.

Blievenstorfs Bürgermeister Hans-Dieter Schult erläutert: „Zu Blievenstorf gehörten einst auch Flächen auf dem heutigen Flugplatzgelände. Aus Erzählungen meines Vaters weiß ich, dass dort ab Ende der 1920er-Jahre Bäume und Weiden gerodet wurden, um den Flugplatz errichten zu können. Damals gab Blievenstorf dort gelegene Flächen ab, erhielt dafür im Tausch Flächen in der Flur Steinbeck. Das dortige Gut war pleite gegangen. Wabel schließlich kam in den 1970er-Jahren als Ortsteil nach Neustadt-Glewe.“

Bei Blievenstorf verblieben somit laut Schult besagte Brücke zwischen Neustadt und Wabel, die nun gesperrt ist, und zusammen rund 3,5 Kilometer Straße auf beiden Seiten des Bauwerks. Noch komplizierter wird die Sache dadurch, dass der Brenzer Kanal wiederum Eigentum des Landes ist. Weil die Brückenfundamente damit auf Landeseigentum stehen, bedarf es einer Bauerlaubnis, die bereits eingeholt worden ist, wie Arne Kröger auf der Sitzung des Amtsausschusses bekannt gab.

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