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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 13:05 Uhr

Dömitz : Vorsicht! Der „Gaunerzinken“ droht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Heidhoferin entdeckte seltsames Zeichen auf ihrem Grundstück / Einbrecher markieren auf diese Art potenzielle Ziele

von
erstellt am 23.Jan.2015 | 20:30 Uhr

Sie sehen harmlos aus, wie von Kinderhand gemalt. Doch wenn Sie diese Zeichen auf Ihrem Grundstück entdecken, könnten es sogenannte „Gaunerzinken“ sein.

Eine Frau in Heidhof erhielt dieser Tage einen seltsamen Anruf. Die Anruferin stellte sich als Amtsperson vor, wollte u. a. wissen, wie viele Personen im Haushalt leben, wie viele Fahrzeuge es im Haus gibt und wie hoch das Einkommen sei. Schließlich legte die vermeintliche Amtsperson auf. Zwei Tage später entdeckte die Heidhoferin an einer hinteren Wand ihres Grundstücks eine seltsame Zickzacklinie (12 cm lang, 3 cm groß), mit einem gelben Wachsstift in 2,05 Meter Höhe gezeichnet.

Weil ihr das Ganze seltsam vorkam, alarmierte sie die Polizei. Und die kennt sich mit solchen Zeichen aus. Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust: „Es handelt sich möglicherweise um einen sogenannten ,Gaunerzinken’.“ Ganoven bringen solche Zeichen (es gibt Dutzende verschiedenster Bedeutung) an Wänden, Zäunen oder Toren von Grundstücken an, um später auftauchenden Komplizen Hinweise zu geben, ob sich in dem Haus ein Diebstahl lohnt.

Die „Zinken“ können u. a. bedeuten, dass hier Geld zu holen ist oder auch nicht, hier alleinstehende Bewohner oder alte Leute leben. Gilbert Küchler: „Wir können nicht ausschließen, dass das betreffende Grundstück ausgekundschaftet und dann das Zeichen angebracht wurde.“ Die Zickzacklinie in Heiddorf übrigens bedeutet: „Achtung! Bissiger Hund“. In dem Haus gibt es tatsächlich einen Hund. Durchaus denkbar, dass der Anruf zuvor mit dazu diente, die Lage vor Ort auszukundschaften. „Auf Nachfrage teilte uns das Statistische Landesamt mit, dass die erwähnten Daten grundsätzlich schriftlich und nicht telefonisch abgefragt werden“, sagt Revierleiter Küchler.

Überprüfungen der Polizei ergaben zunächst keine weiteren Hinweise auf „Gaunerzinken“ in der Region. „Trotzdem wäre es für uns wichtig zu erfahren, wenn an Gebäuden plötzlich solche seltsamen Zeichen zu finden sind oder es ähnliche Anrufe bei anderen Personen gegeben hat.“

Sprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Nach unseren Erkenntnissen gab es im Landkreis Ludwigslust-Parchim in jüngster Vergangenheit keine Einbrüche im Zusammenhang mit ,Gaunerzinken’“. Auch, wenn es sich derzeit um einen Einzelfall handelt, nehmen wir ihn trotzdem sehr ernst. Wenn Betroffene solche Zeichen bemerken, sollten sie fotografiert und die Polizei zeitnah informiert werden.“

 

 

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