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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 08:48 Uhr

Ludwigslust : Vorrang für Radfahrer

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

In Ludwigslust wird über die Ausweisung von Fahrradstraßen nachgedacht

Für Radfahrer hat die Stadt Ludwigslust mehr zu bieten, als manch’ Kritiker meint. „Wir haben sehr viele Radwege und sind sehr gut ins überörtliche Netz eingebunden“, fasst Jens Gröger von der Stadtverwaltung den Ist-Zustand zusammen, der bei der Erarbeitung des Ludwigsluster Verkehrsentwicklungsplanes ermittelt worden war. „Aber gleichzeitig sind die Radwege sehr unterschiedlich, und es gibt Stellen, wo ein Weg abrupt aufhört und der Radfahrer nicht erkennt, wie er unter Beachtung der Straßenverkehrsordnung sicher weiterkommt.“ Solcher Lücken, Engstellen und Gefahrenpunkten will sich die Stadt in den kommenden Jahren annehmen. Der Verkehrsentwicklungsplan, der von den Stadtvertretern allerdings noch beschlossen werden muss, schlägt dafür kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen vor. Dabei geht es kaum um Neubau. „Wir müssen versuchen, die vorhandenen Wege besser zu verknüpfen“, so Gröger.

Eine Maßnahme könnte die Ausweisung von Fahrradstraßen sein. „Dafür sind keine baulichen Veränderungen notwendig. Stattdessen wird mittels Verkehrszeichen signalisiert, dass Radfahrer Vorrang haben“, erklärt der Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. „Sie dürfen dort zudem nebeneinander fahren.“ Abschnitte der Christian-Ludwig-Straße, der Otto-Kaysel-Straße und der Brinckman-Straße könnte sich der Fachbereichsleiter als Fahrradstraße vorstellen. Entscheiden müssten es jedoch die Stadtvertreter.

Eine weitere Idee ist, die Ampel an der Kreuzung B 5/Schlachthofweg um einige Meter in Richtung Bassin zu versetzen. „Dann müssen Fußgänger und Radfahrer nicht erst den schmalen Gehweg an den Häusern entlang, sondern könnten den Weg am Bassin direkt erreichen“, so Gröger. Um die Akzeptanz bei den Radlern zu erhöhen, werde bei der geplanten Neugestaltung des Bassins ein diagonaler Weg mit Verbindung zur Schlossstraße geschaffen.

Kritisch bleibe die Situation an den Bundesstraßen, wo es keine begleitenden Radwege gibt. „Dort lässt sich nichts ändern, weil einfach kein Platz ist“, so Jens Gröger. Umso mehr komme es darauf an, Alternativrouten – die es durchaus gibt – aufzuzeigen. Zum Beispiel aus Richtung Kummer kommend über die Parkstraße und die Straße Am Schlachthof in Richtung Grabow.

Auch dem Einsatz der Schutzstreifen für Radfahrer wie in der Linden- und der Klenower Straße sind Grenzen gesetzt. Gern würde Jens Gröger diese Markierungen auch in Garten- und Kanalstraße aufbringen lassen. „Doch die Fahrbahnen haben nicht die Mindestbreite von 4,50 Metern“, so Gröger. „Man könnte aber mal überlegen, ob man nicht einen Pilotversuch beantragt, um zu sehen, ob die Verkehrsteilnehmer dennoch damit zurechtkommen…“

Doch wem nützt eine Radroute, die keiner findet? Deshalb will die Stadt – so ein weiterer Ansatz aus dem Verkehrsplan – auch an der Beschilderung arbeiten und die Bürger gezielter informieren.

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