Burgfest Neustadt-Glewe : Vor brennendem Herz auf die Knie

Vor tausenden Zuschauern: ein Hochzeitsantrag.
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Vor tausenden Zuschauern: ein Hochzeitsantrag.

Besucher des 23. Burgfestes erlebten außergewöhnlichen Heiratsantrag und drei Tage mit toller mittelalterlicher Stimmung

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07. Juni 2015, 21:00 Uhr

Dass jemand vor tausenden von Zuschauern und vor brenndendem Herzen auf die Knie geht und seiner Liebsten einen romantischen Heiratsantrag macht, das hat es auf dem Burgfest in Neustadt-Glewe in 22 Jahren noch nicht gegeben. Und bislang blickte auch noch keines von den inzwischen 18 Burgfräuleins während ihrer Amtszeit Mutterfreuden entgegen. Schon allein aus diesen beiden Gründen hatte das 23. mittelalterliche Spektakel am vergangenen Wochenende rund um die Burg zu Neustadt-Glewe nicht Alltägliches zu bieten.

Man muss sich mittlerweile schon fragen, wie es die Neustädter auch nach 22 Jahren immer wieder schaffen, drei Tage lang tausende große und kleine Besucher zu einem der größten Mittelalterfeste des Nordens in ihre Stadt zu locken.

Neben höfischem Besuch von benachbarten Burgvereinen waren es diesmal rund 600 Aktive samt Gefolge, die auf den Eldewiesen ihre Zelte aufgeschlagen hatten und von dort zu den Ritterturnieren und in die Huscarl-Schlacht zogen. Und natürlich galt ein herzliches Willkommen auch diesmal den über 70 historischen Handwerkern und Händlern, die sich inzwischen wie eine große Familie auf dem Burgfest präsentieren und neben solch treuen einheimischen Handwerkern, wie Schlachter Wacker und Künstlern wie Christa Schenk und die Gruppen „Hinterhof“ sowie „Fortuna Musica“ dem dreitägigen Fest ihr besonderes Flair verleihen.

Will man aus der Vielfalt der Veranstaltungen dieses Festes überhaupt eine besonders hervorheben, so haben es die Darbietungen des Gauklerduos „Forzarello“ und die „Triskilians“ mit ihrer Varieté-Show verdient.

Egal auf welcher der Bühnen die beiden Gaukler ihre französischen Todeskeulen schwangen - die Herzen der Zuschauer flogen ihnen nur so zu.

Übrigens: Zu den weitgereistesten Burgfestbesuchern gehörten zwei junge Kolumbianer. Der 19-jährige Juan und der 20 Jahre junge Alexis - beide stammen aus einem Armenviertel in der drittgrößten Stadt Kolumbiens Cali - leisten derzeit ein freiwilliges soziales Jahr in Deutschland ab. Die Visa für diesen bis August bzw. September gehenden Deutschland-Aufenthalt hatte ihnen der Neustädter Architekt Sven Buck gesponsert, dem die Jungs jetzt auf dem Burgfest durch ihr Zupacken beim Getränke-Ausschank am Wagen des Lions-Club Ludwigslust dafür dankten.
Übrigens: Der mutige junge Mann, der die tolle Feuershow Samstagnacht dazu nutzte, seiner Freundin Bernadett Nagy mit "brennenden Herzen" einen Heiratsantrag zu machen, ist Denny Engelbrecht aus Neustadt-Glewe. Er ist Seemann und sie Auszubildende als Restaurantfachfrau in Friedrichsmoor.

Angemerkt werden soll auch noch, dass sich die diesjährigen Besucherzahlen nicht hinter den Rekordmeldungen des Vorjahres zu verstecken brauchen. Schon jetzt, so Karen Tappe, arbeite man in der Stadt übrigens an der Vorbereitung des großen Jubiläumsburgfestes in zwei Jahren. Was dann „abgeht“, wird noch streng gehütet. Nur eines hat die Organisationschefin verraten: Auch wenn die drei Tage für sie immer wahnsinnig stressig sind, sei sie auch diesmal ganz traurig, wenn die Truppe der Gaukler, Ritter, Handwerker und Kämpfer das Burgareal verlässt.

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