Neustadt-Glewe : Von hier kommt Wärme ins Haus

Werkleiter Mario Hielscher (2.v.r.) erklärte den Gästen die Funktionsweise der Anlage. Auf dem Foto v. l.: Amtsvorsteher Jürgen Rosenbrock, Mandy Altwein (2. stellvertretende Bürgermeisterin), Stefan Purtz (Wirtschaftsförderung Südwestmecklenburg), Aufsichtsratsvorsitzender Christian Rosenkranz und CDU-Kreispolitiker Christian Geier. Fotos: andreas münchow
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Werkleiter Mario Hielscher (2.v.r.) erklärte den Gästen die Funktionsweise der Anlage. Auf dem Foto v. l.: Amtsvorsteher Jürgen Rosenbrock, Mandy Altwein (2. stellvertretende Bürgermeisterin), Stefan Purtz (Wirtschaftsförderung Südwestmecklenburg), Aufsichtsratsvorsitzender Christian Rosenkranz und CDU-Kreispolitiker Christian Geier. Fotos: andreas münchow

Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH wird Anfang Januar 25 Jahre alt / Unternehmen versorgt 70 Prozent der Einwohner in der Stadt

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21. Dezember 2016, 21:00 Uhr

Rund 200 Millionen Jahre „schlief“ das Wasser mindestens 2000 Meter tief unter der Erdoberfläche. Vor knapp 25 Jahren wurde es aus diesem Schlaf geholt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Es geht um das Thermalwasser unter Neustadt-Glewe. Vor besagten 25 Jahren, am 1. Januar 1992, wurde die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH gegründet. Aus diesem Grund hatte am gestrigen Mittwoch Erdwärme- Aufsichtsratsvorsitzender Christian Rosenkranz Vertreter aus dem Stadtleben sowie dem Landkreis ins Heizwerk eingeladen.

Seit Inbetriebnahme des Werks wurden 11,7 Millionen Kubikmeter Thermalwasser gefördert und 325,21 Gigawatt Heizwärme aus Geothermie gewonnen. Andererseits konnte in dieser Zeit dank der Erdwärme in Neustadt-Glewe der Ausstoß von 92  523 t Kohlendioxid vermieden werden. „Wir versorgen inzwischen 70 Prozent der Einwohner Neustadt-Glewes (ohne Ortsteile – d. R.) mit Erdwärme“, unterstrich Christian Rosenkranz.

Seit gestern übrigens informiert eine Anzeige am Heizwerk über die oben genannten Mengen. Heizwerkleiter Mario Hielscher: „Wir werden diese Zahlen auf der Anzeige regelmäßig aktualisieren.“

Das 97 Grad heiße Thermalwasser wird aus rund 2300 Metern Tiefe gepumpt und so dortigen porösen Gesteinsformationen entzogen (Förderbohrung). Knapp 1400 Meter von dieser Bohrung entfernt wird das Wasser per Injektionsbohrung wieder in die Tiefe geleitet. Zwischen beiden Bohrungen aber wird das Wasser zuvor im Heizkraftwerk durch den Wärmeaustauscher in das Fernwärmenetz geleitet, so dass Wohnhäuser und Gewerbe mit umweltfreundlicher Heizenergie versorgt werden. Das unterirdische Leitungsnetz ist übrigens 15 Kilometer lang.

Hat das Wasser des Netzes seine Wärme zum großen Teil abgegeben und ist nur noch rund 50 Grad warm, wird es im Wärmeaustauscher erneut erwärmt und nochmals in des Fernwärmenetz eingespeist. Anschließend gelangt das Wasser über die Injektionsbohrung wieder rund 2300 Meter zurück in die Tiefe.

„Nach derzeitigem Erkenntnisstand reicht das im Erdboden vorhandene Thermalwasser für 50 bis 70 Jahre“, sagt Mario Hielscher.

Wie gesagt, werden etwa 70 Prozent (über 1400 Haushalte) der Bewohner im Stadtgebiet derzeit von der Erdwärme versorgt. Diese Zahl könnte in Zukunft durchaus steigen. „Im Zuge der Sanierung der Schweriner Straße werden wir auch dort eine Leitung verlegen, so dass dann ebenfalls die Möglichkeit besteht, die Häuser in den umliegenden Wohngebieten mit Erdwärme versorgen zu können“, blickt Rosenkranz voraus.

Neben den Privathaushalten werden in Neustadt-Glewe gegenwärtig auch 17 Gewerbebetriebe mit Erdwärme versorgt. Ausdrücklich wies Rosenkranz gestern daraufhin, dass weitere Gewerbeunternehmen, die sich langfristig in Neustadt-Glewe engagieren wollen, von der Erdwärme profitieren können. „Wir werden dann sehr gerne Anschlussmöglichkeiten prüfen“, so Christian Rosenkranz.

Auch Amtsvorsteher Jürgen Rosenbrock, Fraktionschef der SPD in der Stadtvertretung, sowie Fraktionsvorsitzender Peter Warnecke (Die Linke) befürworteten den weiteren Ausbau der Erdwärme in Neustadt-Glewe. Für die Stadt bekannte Mandy Altwein, 2. stellvertretende Bürgermeisterin: „Wir bleiben dran.“

Neben der Schonung der Umwelt bietet Erdwärme auch noch einen weiteren Vorteil: geringere Kosten. In den Haushalten gibt es keine Ölkessel oder -tanks bzw. Gastherme mehr, Kosten für Wartung und Schornsteinfeger entfallen dadurch. Jeder Interessent hat natürlich die Möglichkeit, die Heizkosten je nach Art der Versorgung zu vergleichen.

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