Parchim : Von der Bühne auf den Arbeitsmarkt

„Büchner und andere Nebenwirkungen“ heißt die neue Inszenierung der Projektfabrik Witten in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Ludwigslust-Parchim, der DAA mit Unterstützung des Tanz-Centers.
„Büchner und andere Nebenwirkungen“ heißt die neue Inszenierung der Projektfabrik Witten in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Ludwigslust-Parchim, der DAA mit Unterstützung des Tanz-Centers.

Theaterprojekt des Jobcenters bietet Chance für Arbeitslose / Premiere am 13. März

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08. März 2019, 05:00 Uhr

Eigentlich schweben im Tanz-Center am Bahnhof die Eleven unterschiedlichen Alters unter der Leitung von Andreas Röber über das Parkett, doch in diesen Wochen sind es Frauen und Männer, die dem Theaterspiel frönen. Sie sind allesamt Laien und hatten bislang vom Theaterspiel so gut wie keine Ahnung und kamen durch das Jobcenter dazu. „Seit dem Herbst läuft dieses Projekt und dient in erster Linie der Wiedereingliederung von Menschen ohne Job in den Arbeitsmarkt“, erläutert die pädagogische Mitarbeiterin bei der Deutschen Angestellten Akademie (DAA), Edith Völker. Neben dem Theaterspiel stehen weitere Themen wie Bewerbungstraining und Praktika auf dem Plan.

Die DAA und das Jobcenter Ludwigslust-Parchim sind die Partner der Projektfabrik Witten, die mit Unterstützung des Tanz-Centers Am Bahnhof dieses Projekt bereits zum fünften Mal in Folge durchführen. Die diesjährige Aufführung trägt den Titel „Büchner und andere Nebenwirkungen“.

Auf dem Tanzparkett sind Podeste aufgebaut und darauf agieren Romy Kölzsch, Dana Radtke und ihre Mitstreiter unter der bewährten Leitung von Sigrid Maria Schnückel. Die bekannte Schauspielerin aus „Hinter Gittern“ hat die Regie übernommen.

Die 35-jährige Dana Radtke ist gelernte Lageristin, alleinerziehend und unter anderem aus gesundheitlichen Gründen bereits längere Zeit ohne festen Job. „Das Angebot, bei diesem Projekt mitzumachen, habe ich gerne angenommen. Es hilft mir, mein Selbstbewusstsein zu stärken“, erzählt sie und berichtet von dem schweren Anfang. Text auswendig lernen, dazu auf der Bühne agieren „und das alles nachher vor Publikum – es ist nicht einfach und fordert einen schon sehr“.

Romy Kölzsch ist 50 Jahre alt und findet dieses Projekt ideal, „um über den Tellerrand hinauszusehen“. Man kann sich mal körperlich und geistig testen und lernt viel über das eigene Ich. Auch Mitbürger aus anderen Staaten sind dabei. Seit drei Jahren lebt die syrische Kurdin Iman Kahalf in Deutschland und hat mit viel Übung und der Hilfe der anderen den Text gelernt. „Es ist eine gute Chance, die Sprache zu lernen und das Spiel macht auch Spaß“, so die junge Frau.

Premiere ist am 13. März um 15 Uhr in der Tanzschule Röber in der Stegemannstraße, nahe dem Bahnhof. Am 14. März gibt es um 19.30 Uhr eine weitere Vorstellung.

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