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Ludwigsluster Tageblatt

23. Oktober 2017 | 21:17 Uhr

Ludwigslust : Von Ausleihe bis Onleihe

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

E-Books gewinnen an Beliebtheit in Ludwigslust: Nutzer der Onleihe um ein Drittel gestiegen

von
erstellt am 04.Jan.2017 | 17:18 Uhr

Rund vier Monate sind die Bücherboxen in Ludwigslust nun ein Angebot für alle Lesehungrigen. Und sie scheinen sich zum Erfolgsmodell zu entwickeln. Das jedenfalls sagt Anke Ballhorn, Fachbereichsleiterin für Kultur in der Stadtverwaltung. „Sie werden sehr gut genutzt. Es gibt außerdem Paten, die sich darum kümmern“, so Anke Ballhorn. Zwischen Januar und September vergangenen Jahres war das aus Leader-Mitteln geförderte Projekt verwirklicht worden. Einen entsprechenden Beschluss hatte die Stadtvertretung gefasst. Die Stadt erwarb daraufhin ausrangierte Telefonzellen, um diese zu Bücherboxen umzurüsten. Über den Jahreswechsel waren sie jetzt geschlossen, aber nun stehen die Leseoasen wieder zur Verfügung. Das Prinzip lautet: „Nimm ein Buch – bring ein Buch“. Das habe allerdings noch nicht jeder Nutzer verinnerlicht, so Anke Ballhorn, aber das werde sicher noch. Es kommen auch immer noch Spenden für die Boxen, die dann in der Bibliothek gesichtet werden.


Trotz Nutzungsentgelts kein Ausleih-Rückgang


Die Bücherboxen sind Bestandteil der guten Bilanz, die die Stadt Ludwigslust in puncto Lesen für das zurückliegende Jahr zieht. Die spannende Frage war, wie sich die Einführung des Nutzungsentgelts für die Bibliothek auswirken würde. Und in der Tat ist die absolute Zahl der Leser zurückgegangen. Waren bisher ganze Familien als Leser der Bibliothek eingetragen, ist es jetzt oft nur noch ein Familienmitglied. „Allerdings ist die Zahl der ausgeliehenen Medien nicht weniger geworden“, unterstreicht die Fachbereichsleiterin. Ein Indiz dafür, dass einer für mehrere Leseratten ausleiht.

Dass Literatur nach wie vor ein Renner ist, wird auch bei der Onleihe deutlich: Die Zahl der ausgeliehenen E-Books hat sich 2016 verdoppelt. Weil sich inzwischen 31 Bibliotheken zu einem Onleihe-Verbund zusammengeschlossen haben, stehen Interessenten 58 733 Medien zur Verfügung. Unter den Ludwigsluster Nutzern der Onleihe ist die Zahl um ein Drittel gestiegen. „Wer sich dafür interessiert, wie die Onleihe funktioniert, dem bieten wir als Bibliothek Hilfestellung an“, sagt Anke Ballhorn. Überhaupt verdienen digitale Medien ein Ausrufezeichen. Bei Ludwigsluster Kindern sind DVDs sehr beliebt, viele Erwachsene haben Hörbücher für sich entdeckt, die man sowohl bei der Fahrt im Zug zur Arbeit oder auch bei der Hausarbeit nutzen kann.

Dass die Stadtbibliothek weitere Möglichkeiten bietet, mit Hilfe des Netzes bequem nach Medien zu stöbern, beginnt sich ebenfalls immer mehr herumzusprechen. Mittels des OPAC-Systems kann bequem von zu Hause bestellt werden, auch die Ausleihfrist kann auf diese Weise verlängert werden. Wer ein spezielles Fachbuch sucht, kann es über die Fernleihe der Bibliothek ordern. Und wer wissen will, was die Bibliothek noch so bietet, kann sich bei Facebook darüber informieren. Im vergangenen Jahr haben 18 000 Menschen die Ludwigsluster Bibliothek besucht, ein Drittel davon kommt aus dem Umland der Stadt. Nicht wenige waren bei den insgesamt 162 Veranstaltungen.

Zu den Höhepunkten gehörten dabei im März 2016 „Mit der Transsib von Moskau nach Peking“ und im Juli die Veranstaltung zum 150. Todestag von Peter Joseph Lenné mit Christa Hasselhorst. Der Tag war ein gemeinsames Werk der Stadt mit dem Schloss Ludwigslust. Die anschließende Schlossparkführung war so gut frequentiert, dass zwei Parkführer sich der Interessenten annahmen, Dietmar Braune und Karl Hans Dommerich. Auch in diesem Jahr hat die Einrichtung wieder Veranstaltungen geplant. Im Februar beginnt der Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen aus dem alten Kreis Ludwigslust-Hagenow. Der oder die Beste wird sich dann in Schwerin mit den Siegern aus anderen Regionen messen.

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