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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 14:55 Uhr

rüterberg : Vom Rhein 511 an die Elbe 511

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Glückliche Fügung: Eva-Maria Lauterfeld zieht vom Rhein zurück in die Heimat und landet in Rüterberg genau am gleichen Flusskilometer

So ist sie. Da verspätet man sich zum vereinbarten Termin, platzt an einem Feiertag zum Mittagessen in ihr Haus und wird dann wunderbar warm mit den Worten empfangen: „Nur herein. Wollen Sie mit uns essen?“ Eva-Maria Lauterfeld, Jahrgang 1960, wohnt fast auf den Tag genau zwei Jahre in Rüterberg. Wer sie in ihrem großzügigen lichtdurchfluteten Fachwerkhaus besucht, bekommt den Eindruck, sie sei hier schon sehr lange zuhause. „Wir sind angekommen“, sagt sie. „Wenn wir hier nicht schon wohnen würden, würde ich auf jeden Fall herziehen. Allein wegen der tollen Menschen im Ort.“ In Boizenburg geboren, zog Eva-Maria als Dreijährige mit ihren Eltern nach Wittenberge, nach der Wende wechselte sie mit Sohn und Tochter von der Elbe an den Rhein. Dort lernte sie ihren Mann Thomas kennen, mit dem sie nun zurück in die Heimat ging. Wie gut das alles in ihrem Leben zusammenpasst, entdeckt sie zwei Tage nach der Ankunft. Als sie mit ihrem Mann zum Paddeln an den nächst gelegenen Elbanleger geht, steht dort die 511. Genau der Flusskilometer, an dem sie mit ihrem Boot immer in den Rhein einsetzte. Redakteurin Katharina Hennes beantwortet Eva-Maria Lauterfeld die SVZ-Fragen zum Wochenende.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Carpe diem - nutze den Tag, steht auch an der Wand unseres Badezimmers, damit wir das nicht vergessen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

An oder auf der Elbe.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich habe mit meinem großen Bruder Altstoffe gesammelt.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Für ein Faltboot, das uns beiden dann gehörte.

Wo findet man Sie am ehesten?

In meinem Büro. Ich erstelle energetische Konzepte, begutachte Häuser in Bezug auf Wert und Schäden und berate bei Fragestellungen rund um die Immobilie.

Was stört Sie an anderen?

Oberflächlichkeit. Wenn sich Menschen eine Meinung bilden, ohne die Person oder den Sachverhalt wirklich zu kennen. Und Neid. Diese Eigenschaft ist mir völlig fremd.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Alle Menschen, die nicht wegsehen, die hilfsbereit sind und nicht aufgeben, für eine gute Sache einzustehen.

Was würden Sie gerne noch können?

Flamenco tanzen.

Was bedeutet Ihnen persönlich Glück?

Ganz bei mir zu sein. Ein ruhiger Moment mit meinem Mann und meinen Kindern. Und anderen Menschen eine Freude zu machen. Ich teile sehr gern.

Wen würden Sie gern mal treffen?

Vielleicht noch einmal die Kanutin Birgit Fischer. Wir haben mal ein Wochenende bei ihr am Beetzsee verbracht. Nach den Gesprächen mit ihr haben wir Einsichten gewonnen, die uns letztlich auch zurück nach Mecklenburg geführt haben. Außerdem kann sie meinen Paddelstil gut korrigieren.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Alle Zutaten, um spontan eine Torte backen zu können.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Die Autobiographie von Ferdinand Sauerbruch, einem bedeutenden Chirurgen des 19. Jahrhunderts. Das Buch stammt aus der Bibliothek von den Eltern meines Mannes.

Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?

Wenn mein Mann nicht da ist, koche ich vegan. Wichtig sind uns Produkte aus der Region, die gerne raffiniert zubereitet sein können. Buletten, zum Beispiel kann man wunderbar aus Quinoa machen.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Auf Musik, Kultur und Kunst. Und natürlich auf die Menschen, die mir nahe stehen.

Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Mit meinem Mann die Donau bis zum Schwarzen Meer paddeln. Der Plan dazu ist schon da: Wir wollen mit unserem Faltboot von Wien aus die etwa 2400 Kilometer bis zum Schwarzen Meer paddeln. Das geht aber erst, wenn wir im Ruhestand mehr Zeit haben.

Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?

Nein.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten...

Keinen Krieg, noch viele aktive gesunde Jahre mit meinem Mann und meinen Kindern. Und noch viele Projekte mit unseren Freunden und Nachbarn, die uns und anderen Spaß machen.

Was war Ihr schönstes Geschenk und von wem haben Sie es bekommen?
Von meiner Tochter. Sie hat mir gesagt, dass sie eine tolle Kindheit hatte und zwar weil ich, wenn ich Zeit hatte - und das war selten - für sie da war. Nach der Arbeit, und am Wochenende war ich ganz für die Kinder da – auch wenn wir dann gemeinsam die Wohnung geputzt, eingekauft oder gekocht haben, waren es doch gemeinsame Unternehmungen, die viel Spaß gemacht haben.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönsten Erinnerungen ?
Das sind die Schlaflieder, die ich meinen Kindern vorgesungen habe. Ich kann zwar überhaupt nicht singen. Aber sie haben es geduldig ertragen. Das war ihr Geschenk an mich. Denn ich singe sehr gern.
Verraten Sie uns etwas, was kaum jemand weiß?

Ich habe Baufacharbeiter gelernt. Man kann dazu auch Maurer sagen.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Marina Möller von der Tourist-Info aus Dömitz. Sie weiß auf alle Fragen eine Antwort und schiebt viele tolle Projekte für die Region an.

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