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Ludwigsluster Tageblatt

12. Dezember 2017 | 15:19 Uhr

Alt Jabel : Vom Keller bis zur Glocke

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Führung in Alt-Jabeler Kirche zum Tag des offenen Denkmals / In Conower Kirche über Sanierungsarbeiten informieren

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 14:08 Uhr

Die Kirche in Alt Jabel war für Heinz Warnke schon immer ein besonderer Ort. „Als Kind bin ich manchmal bis in die Kirchturmspitze hinaufgeklettert. Dort war ein kleines Fenster, durch das ich bis über die Elbe schauen konnte“, erzählt der Tewswooser. Heute ist das längst nicht mehr möglich. Mächtige Bäume versperren den Blick. Trotzdem gibt es auf dem idyllischen Areal zwischen Kirche und Pfarrhaus viel sehen. Zum Tag des offenen Denkmals an diesem Sonntag können sich Besucher davon überzeugen. Um 15 Uhr beginnt eine Führung vom Keller bis zur Glocke. Außerdem hat „Dat lütt Museum“ von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Zur Kirchengemeinde Alt Jabel gehören drei Kirchen. Die neugotische Kirche, in der neben den Gottesdiensten auch viele Konzerte stattfinden, ist recht jung. „Sie wurde 1908 geweiht“, erklärt Pastor Christoph Tuttas. Viel älter ist dagegen das Kirchenwesen selbst. Bereits im Jahr 1256 war in Alt Jabel die Michaeliskirche eingeweiht worden. Doch nachdem in ihr Grabgewölbe eingestürzt waren, entschied man sich für einen Neubau. Die Michaeliskirche wurde weitestgehend abgerissen. Nur die Ringmauern und Portale ließ man vor gut 100 Jahren stehen. Sie stehen bis heute. Auch einige Inventarstücke blieben erhalten und sind jetzt in der neuen Kirche zu erleben – Teile der Orgel etwa und vier Evangelisten-Bilder, die rund 500 Jahre alt sein dürften. Und im „Lütt Museum“ gleich nebenan steht die Kanzel.

Das Museum war 1999 im alten Pfarrstall eingerichtet worden, nachdem eine Enkelin von Wilhelm Burmeister, dem einstigen Jabeler Kantor, der Kirchengemeinde einen ganzen Koffer voll Chronikmaterial übergeben hatte. „Das Museum zeigt eine Dauerausstellung zur Kirchen- und Regionalgeschichte und wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen“, so Heinz Warnke vom Museumsbeirat. Derzeit gehe es unter dem Titel „Fern der Heimat – neue Heimat Mecklenburg“ um die Geschichte der Flüchtlinge nach 1945.

Übrigens: Die dritte Kirche in Alt Jabel ist die Waldkirche, ein Kreuz und zwei Bänke, die ebenfalls für Andachten genutzt werden.

Auch die Conower Kirche ist für Mecklenburger Verhältnisse recht jung. Sie war ebenfalls im neugotischen Stil gebaut und 1888 geweiht worden. Pastorin zur Anstellung Dörte Hasenpusch ist vor allem von dem hohen Fenster im Chorraum fasziniert. „Ich genieße es, wenn die Sonnenstrahlen durch das Fenster in die Kirche fallen und die bunten Farben kräftig leuchten.“ Die Friese-Orgel und die hölzernen Heiligenfiguren, die noch aus der alten Conower Kirche stammen, sind weitere Besonderheiten des Gotteshauses. Die Figuren sind derzeit eingelagert, damit sie durch die Sanierungsarbeiten keinen Schaden nehmen. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag werden einige von ihnen aber hervorgeholt und gezeigt. Nach dem Gottesdienst (10 Uhr) ist die Kirche von 11 bis 17 geöffnet. Mitglieder der Kirchengemeinde werden Besucher über die Kirche und die Bauarbeiten informieren. Und in der Winterkirche warten Kaffee und Kuchen.

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