Neustadt-Glewe : Vom Brunnen bis in den Hahn

Helmut Fehrendt (r.) zeigt den Mitgliedern des Kultur- und Heimatvereins Neustadt-Glewe die verschiedenen Bodenschichten der Region.
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Helmut Fehrendt (r.) zeigt den Mitgliedern des Kultur- und Heimatvereins Neustadt-Glewe die verschiedenen Bodenschichten der Region.

Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins Neustadt-Glewe erfahren bei Führung durch das Wasserwerk jeden Schritt der Trinkwassergewinnung

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26. November 2017, 21:00 Uhr

„Was hier für ein Schatz steht, das wissen doch die Wenigsten“, sagt Peter Warnecke, Verbandsvorsteher des ZkWAL, mit Blick auf das Wasserwerk in der Neuhöfter Straße in Neustadt-Glewe. Kurz hinter dem Ortsschild stehen zwei gelbe Gebäude, die die gesamte Trinkwasserversorgung für den Bereich Neustadt-Glewe bis nach Fahrbinde und Lüblow sicherstellen. Der Kultur- und Heimatverein Neustadt-Glewe e.V. schaute bei einer Führung hinter die Kulissen und gewann einen Eindruck von der aufwendigen Trinkwassergewinnung.

Am Anfang des Trinkwassers steht ein Brunnen, oder im Fall von Neustadt-Glewe sogar drei. Zwei davon sind 135 Meter tief, der dritte nur 54 Meter. „Der stammt noch aus den 80er Jahren, die anderen Brunnen sind noch nicht so alt“, erklärt Helmut Fehrendt. Der 63-Jährige hat 25 Jahren beim ZkWAL im Bereich Trinkwasserversorgung gearbeitet, bevor er im September dieses Jahres in den Ruhestand gegangen ist. „Kaum einer kennt sich hier besser aus und deswegen sind wir besonders froh über diese Führung“, so Peter Warnecke. Die Lage der Brunnen im Neuhöfter Wald ist für den ZkWAL ein großer Vorteil, da man so vor Verunreinigungen aus der Landwirtschaft geschützt ist, wie Helmut Fehrendt erklärt.

Die Frage, wie das Wasser denn nun aus den Brunnen bis in den Wasserhahn nach Hause kommt, beschäftigte die Mitglieder des Vereins am meisten. „Kurz zusammengefasst: Das Wasser wird aus den Brunnen in die Aufbereitungsbehälter gefördert. Hier wird Sauerstoff hinzugegeben, um Eisen und Mangan herauszufiltern. In zwei Behältern wird das Wasser gespeichert und dann über die Reinwasserpumpen in das Netz befördert“, erklärt Helmut Fehrendt.

Dass da viele Schritte zwischen geschaltet sind, davon konnten sich die Besucher selbst überzeugen. Dazu gehört zum Beispiel die Filterung des Wassers über speziellen Kies aus Dänemark. Alles was nicht im Trinkwasser landen soll, wird im Schlammbecken aufgefangen und bleibt hier für 48 Stunden stehen, bevor es über die Schmutzwasserkanalisation entsorgt wird.

Damit der Trinkwasserbereich immer versorgt und auch im Notfall jemand zu erreichen ist, arbeitet das Wasserwerk 365 Tage im Jahr. „Ein Meister, ein Wasser- und ein Abwassermann haben immer Dienst“, erklärt Peter Warnecke. Auch ein Rohrbruch im Gebiet kann anhand modernster Technik sofort erkannt werden. Und damit die Wasserqualität immer gleichbleibend gut ist, wird das Reinwasser alle drei Wochen von einer externen Firma überprüft.

Nach der Führung hatte Helmut Fehrendt noch ein paar nützliche Tipps für seine Zuhörer. „Seife, Haare, Kaffee – und die Verstopfung ist perfekt.“ Er empfiehlt deshalb, die Abflüsse zuhause regelmäßig mit einem Pümpel zu bearbeiten. Und auch Kosmetiktücher gehören auf keinen Fall in den Abfluss.

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