Dömitzer Museum : Volontär hinter Festungsmauern

Jakob Schwichtenberg mit Museumsleiter Jürgen Scharnweber
Jakob Schwichtenberg mit Museumsleiter Jürgen Scharnweber

Jakob Schwichtenberg arbeitet nach Abschluss seines Geschichtsstudiums im Dömitzer Museum

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02. September 2015, 07:00 Uhr

Jakob Schwichtenberg war noch ein Knirps, als er die Festung Dömitz zum wahrscheinlich ersten Mal sah. Ein Foto im Familienalbum erinnert an den gemeinsamen Besuch mit Mutter und Patentante. „Das Bild zeigt mich vor der Ludwigsluster Ratsapotheke“, erzählt der 26-Jährige. „Sie steht noch heute in der zweiten Etage des Kommandantenhauses.“ Auch Jakob Schwichtenberg ist wieder da – jetzt aber nicht mehr als Besucher, sondern als Mitarbeiter des Museums Festung Dömitz. Er absolviert sein zweijähriges Volontariat hinter den jahrhundertealten Mauern.

Die Geschichte hatte es dem gebürtigen Schweriner, der in Plate aufgewachsen ist, früh angetan. Schon als Jugendlicher saß er im Landeshauptarchiv und stöberte in alten Akten. Mit 15 Jahren begann er, Besucher durch das Schweriner Schloss zu führen. Und so war es nur konsequent, auch beruflich diesen Weg einzuschlagen. In Rostock studierte Jakob Schwichtenberg Neuere Geschichte und Religionswissenschaften. Als er beim Tag der Landesgeschichte auf der Festung Dömitz einen Vortrag hielt zum Thema „Wohlfahrt für das Land und inszenierte Fürsorge. Soziale Stiftungen als Mittel der Herrschaftsrepräsentation der großherzoglichen Familie“, lernte er auch Jürgen Scharnweber, den Dömitzer Museumsleiter kennen. Von ihm kam schließlich der Vorschlag, nach Abschluss des Studiums zum Volontariat nach Dömitz zu kommen. „Wohlwissend, dass Jakob ein Historiker und kein Museologe ist“, sagt Jürgen Scharnweber. „Aber er ist ein sehr guter Mitarbeiter, wenn es um die Einordnung in historische Zusammenhänge geht. Und von seinen Erfahrungen in der Museumspädagogik haben wir bei der Gestaltung unseres Sommerferienprogramms profitiert.“

Die Führungen für Kinder und Erwachsene haben dem jungen Volontär auch besonders viel Spaß gemacht. „Es ist ganz spannend, den Dialog zwischen den unterschiedlichen Generationen zu erleben“, erklärt Jakob Schwichtenberg. „Und ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Kinder schon wissen.“

Nach den ersten Monaten auf der Festung Dömitz hat sich ein Wunsch des derzeit in Neu Kaliß wohnenden 26-Jährigen verfestigt: „Mein berufliches Ziel bleibt es, in einem Museum zu arbeiten.“ Dort könne man Geschichte anhand dreidimensionaler Objekte viel besser erzählen. Und was für ein Museum sollte es sein? „Da kann man bei der aktuellen Stellenlage nicht wählerisch sein.“

Doch zunächst muss Jakob Schwichtenberg alle Stationen seines Volontariats durchlaufen. Dazu gehören neben der Öffentlichkeitsarbeit auch die Vorbereitung von Ausstellungen und die Inventarisierung von Museumsstücken. Bei der Bestandspflege und der Inventarkontrolle sei in den nächsten Wochen und Monaten auf der Festung viel zu tun, so Jürgen Scharnweber. „In Vorbereitung der dringend erforderlichen Sanierung des Kommandantenhauses.“

Nach Feierabend schaut Jakob Schwichtenberg gern mal in das Büchlein „Ut mine Festungstid“ von Fritz Reuter, einem der bekanntesten Insassen der Festung. „Das Buch hatten wir beim damaligen Besuch gekauft. Aber da konnte ich noch nicht viel damit anfangen.“  

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