Neustadt-glewe : Volles Haus im Remter der Burg

Ungewöhnlich: Der Tagungssaal der Stadtvertretung ist bis auf den letzten Platz gefüllt.
Ungewöhnlich: Der Tagungssaal der Stadtvertretung ist bis auf den letzten Platz gefüllt.

Neustadt-Glewes Stadtvertretung sichert Zukunft der Kita „Kiku Kinderland“

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14. November 2014, 10:47 Uhr

Freie Plätze gab’s nicht mehr, einige Besucher mussten sogar stehen: Das öffentliche Interesse an der Sitzung der Stadtvertreter Neustadt-Glewes am Donnerstagabend im Remter der Burg war riesig. Kein Wunder, ging es doch auch um die Zukunft der Kita „Kiku Kinderland“. Angesichts der Brisanz wurde das Thema im öffentlichen Teil der Sitzung behandelt. Ursprünglich stand dieser Tagesordnungspunkt im nichtöffentlichen Teil auf dem Plan.

Die Stadtvertretung fasste einen Beschluss, der die Zukunft der Neustädter Kita sichert. Bürgermeister Arne Kröger betonte, dass die Elternbeiträge stabil bleiben. Gestern sagte er gegenüber SVZ: „Ich habe dem Träger heute Morgen mitgeteilt, dass die Stadtvertretung einen Beschluss gefasst hat, dass ein gewisser Defizitausgleich für die Vergangenheit durch die Stadt vorgenommen wird. Damit wird die Kündigung des Vertrages durch den Träger zurückgenommen.“

Verständlicherweise wurden im öffentlichen Teil keine konkreten Zahlen und Namen genannt, da es hier auch um schutzwürdige Interessen von Personen geht.

Am gestrigen Freitagnachmittag erreichte SVZ eine Stellungnahme der Kinderzentren Kunterbunt aus Nürnberg. Darin heißt es: „Die Stadt Neustadt-Glewe hat uns heute schriftlich mitgeteilt, dass die Stadtvertretung am gestrigen Abend einen Beschluss gefasst hat, der uns in die Lage versetzt, unsere Kita Kiku Kinderland und unseren Hort Kiku Campus in Neustadt-Glewe fortzuführen. Wir haben deshalb heute alles Notwendige in die Wege geleitet, um den Weiterbetrieb der Kita und des Horts sicherzustellen. Wir bedanken uns bei der Stadt Neustadt-Glewe für das Entgegenkommen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Finanziell belastet die Einigung die Stadt erheblich. Es geht um einen sechsstelligen Betrag bis 2019. CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Rosenkranz: „Wir werden uns künftig gegen eine ganze Menge anderer Dinge entscheiden müssen. Es fällt uns nicht leicht, aber wir müssen Prioritäten setzen, und die betreffen ganz klar die Infrastruktur für unsere Kinder.“

Im Anschluss an diesen Tagesordnungspunkt ging es um den Nachtragshaushalt der Stadt für 2014. Er wurde von der Stadtvertretung bei je sieben Ja- und Nein-Stimmen sowie drei Enthaltungen abgelehnt. Sven Buck von der SPD: „Es gibt keine Veranlassung für einen Nachtragshaushalt.“ Buck kritisiert unter anderem, dass im Nachtragshaushalt Kosten für einen neuen Bauamtsleiter vorgesehen sind, den es aber noch gar nicht gibt. „Und bis zum Jahresende wird auch keiner kommen“, so Buck.

Schwerwiegender sei die Tatsache, dass die Stadt das Vorkaufsrecht für ein Grundstück in der Kuhdrift ausgeübt hat und dort nichts passiert. Für dessen Erschließung – den Bau einer Straße – seien rund 300 000 Euro in den Haushalt gestellt worden. Nur sei die Straße nicht gebaut worden. Buck: „Mit dem Nachtragshaushalt sollten diese 300 000 Euro jetzt wieder aus dem Haushalt genommen werden. Dagegen wende ich mich.“

Ähnlich äußerte sich CDU-Fraktionschef Christian Rosenkranz, der ebenfalls gegen den Nachtragshaushalt stimmte und ergänzte: „Mann sollte sich lieber um den Haushalt für 2015 kümmern, statt sich mit alten Kamellen zu beschäftigen.“

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