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Geschäftsführer gefeuert : Volkssolidarität Lulu von Krise gebeutelt

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Der Kreisvorstand der Volkssolidarität hat seinen langjährigen Geschäftsführer Reinhard Schwiemann entlassen. Dieser hatte für eine Asbestsanierung der VS-Kita Neu Kaliß eine dafür nicht zugelassene Firma beauftragt.

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2012 | 07:54 Uhr

ludwigslust | Emotional-kämpferische Stimmung am Freitag bei der Dankeschön-Veranstaltung der Volkssolidarität (VS) in der Begegnungsstätte Alter Forsthof: Der Ludwigsluster Kreisverband der VS rudert in schwerer See. Er hat seinen Geschäftsführer Reinhard Schwiemann entlassen. Hintergrund sind die Asbestverseuchungen, die bei einem Gebäudeabbruch in Neu Kaliß entstanden waren.

Auf dem Grundstück betreibt die VS eine Kita. Schwiemann hatte nach Informationen des Kreisvorstandes eine Firma mit dem Abriss eines Gebäudes beauftragt, die für Asbestarbeiten nicht zertifiziert ist. Die Folge sei gewesen, so der Vorsitzende des Kreisvorstandes, Wolfgang Jaentsch, dass das angrenzende Außengelände der Kita verunreinigt worden sei und sofort gesperrt werden musste.

Die Dramatik war greifbar. Eltern hatten Alarm geschlagen. SVZ berichtete im Mai dieses Jahres. Erst ein persönlicher Hinweis beim Fachdienst Gesundheit im Landratsamt löste umgehende Reaktionen aus. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales befasste sich mit dem Umweltdelikt.

Mit der Asbestsanierung wurde schließlich eine dafür zugelassene Firma beauftragt. Ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger begleitete die Arbeiten bis zu deren Abschluss Anfang September.

"Der Kreisvorstand bedauert diese Ereignisse sehr und ist froh, dass es hier nicht zu Schädigungen von Personen gekommen ist", so Wolfgang Jaentsch. Er betont die große Aufopferung, mit der vor allem die amtierende Geschäftsführerin Roswitha Hauff und der stellvertretende Landesvorsitzende Holger Mieth die Dinge in der Ludwigsluster Volkssolidarität am Laufen halten. Der Verlust scheint immens. Der Vorsitzende spricht von einem 100 000-Euro-Schaden, verursacht durch die Asbestsanierung, zahlreiche Gutachten und Anwaltskosten. Der damalige Geschäftsführer habe das Vertrauen des Vorstandes gröblichst missbraucht und ihn bis zum Schluss über das wahre Ausmaß des Schadens im Unklaren gelassen. So sei der Kreisverband in Gefahr strafrechtlicher Ermittlungen geraten, so Wolfgang Jaentsch zur Runde sichtlich geschockter VS-Mitglieder. Reinhard Schwiemann war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Aber damit nicht genug. Bereits im Juni war an die Öffentlichkeit gelangt, dass die ehemalige Pflegedienstleiterin der VS-Sozialstation Ludwigslust den Verband um 35 000 Euro betrogen haben soll. Die Kriminalpolizei ermittelt.

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