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Ludwigsluster Tageblatt

18. Oktober 2017 | 07:37 Uhr

Ludwigslust : Viele Zuwanderer gut ausgebildet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Dagmar Kaselitz, zu Gespräch in der Ludwigsluster Gesellschaft für innovative Beschäftigung

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 14:45 Uhr

Es ist längst kein Geheimnis mehr: Viele Unternehmen auch in unserer Region klagen über Fachkräftemangel. Die bessere Integration von Zuwanderern könnte hier bis zu einem gewissen Grad Abhilfe schaffen. Genau um dieses Thema ging es jetzt bei einem Treffen am Sitz der Gesellschaft für innovative Beschäftigung (GiB) Ludwigslust, an dem die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Dagmar Kaselitz, teilnahm.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik erinnerte daran, dass er sich bereits im Mai bei einem Besuch in der GiB über die Arbeit der Gesellschaft informiert hatte. „Wir haben damals über viele Probleme gesprochen, die uns bewegen und deren Lösung notwendig ist“, so Friedriszik. Viel hätte dabei auch mit der Integration zu tun gehabt.

Die Geschäftsführer der GiB, Jörg Ehbrecht und Peggy Hildebrand (die GiB betreut derzeit insgesamt 40 Zuwanderer im Rahmen von Sprachkursen) , machten auf ein gravierendes Problem aufmerksam, dass Zuwanderer hindert, bei uns zu arbeiten: „Bis die Leute anerkannt sind, vergehen acht bis 15 Monate. In dieser Zeit sind sie in Unterkünften kaserniert, werden in Schulungsmaßnahmen geschickt und sind mit dem deutschen Staat letztendlich unzufrieden“, so Jörg Ehbrecht. Viele dieser Menschen würden gerne in ihrem Beruf arbeiten, ihr Berufsabschluss aber werde bei uns oft nicht anerkannt.

Dirk Friedriszik bestätigte die Aussage und nannte als Beispiel, dass gerade unter den Syrern auch in unserer Region viele Menschen seien, die in ihrer Heimat Näher gelernt hätten, hier aber nicht in dem Beruf arbeiten könnten. Und so käme es, dass beispielsweise ein Unternehmer von hier seine Produkte in einem anderen Bundesland fertigen lassen muss, weil ausgebildete Näher fehlen. Friedriszik brachte den Gedanken ins Spiel, ob nicht in Ludwigslust zum Beispiel ein Lehrgang mit einem anerkannten Abschluss als Näher angeboten werden könne.

Raimo Reincke, Mitgründer der Braumanufaktur, sagte, ab Herbst wolle man in Ludwigslust Bier brauen und die Gastronomie erweitern. Es fehlten aber Arbeitskräfte. „Integration geht nur über Arbeit, wenn nämlich Flüchtlinge ein Ziel haben. Genau dann baut sich auch gegenseitiges Vertrauen auf. Es sollte für uns kleine Arbeitgeber möglich sein, Zuwanderer zu testen und lernen zu lassen. Warum sollten ein Ungar oder Syrer, natürlich bei Rücksicht auf die Religion, nicht Bier brauen können oder Koch werden?“, so Reincke.

Und wenn jemand schließlich doch arbeiten könne, seien Stabilität und Planungssicherheit wichtig. Es mache keinen Sinn, wenn Betroffene nach kurzer Zeit wieder abgezogen werden. Peggy Hildebrand meinte, hilfreich wären bei der Betreuung von Zuwanderern auch Patenschaften, in deren Rahmen sich zum Beispiel Familien um diese Menschen kümmern könnten.

Integrationsbeauftragte Dagmar Kaselitz sagte, in den vergangenen Jahren sei in MV bereits viel für die Integration getan worden, vor allem „in der Kürze der Zeit“. Sie werde die auf dem Treffen in Ludwigslust unterbreiteten Gedanken mit in die Landesregierung nehmen.

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