zur Navigation springen

Nach tödlichem Autounfall : „Viele denken wirklich an uns“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Josephine Prestin aus Wöbbelin verliert bei einem Autounfall ihren Ehemann, doch die junge Mutter kämpft weiter für ihre Familie

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Vor rund acht Monaten veränderte sich das Leben von Josephine Prestin schlagartig. Ihr Ehemann, Sirko Prestin, starb Anfang Dezember vergangenen Jahres bei einem Autounfall, als er gerade auf dem Weg zur Arbeit nach Hamburg war (SVZ berichtete). Gerade einmal ein halbes Jahr nach der Hochzeit des Paares. Der Familienvater hinterließ seine Ehefrau, die damals dreijährige Tochter Anna Lotta und den ungeborenen Sohn. Monate nach der Tragödie stemmt Josephine Prestin das Leben ihrer kleinen Familie auf bewundernswerte Art und Weise. Nicht zuletzt auch dank der Hilfe von Familie, Freunden und Bekannten.

Josephine Prestin sitzt auf der Terrasse ihres Einfamilienhauses in Wöbbelin. Auf ihrem Arm der kleine Ludwig Amon, der vor fünf Monaten geboren wurde. „Dieses Haus bedeutet mir unglaublich viel und ich bin so froh, dass wir es halten können“, erklärt die 30-Jährige. Das Haus, an dem so viele Erinnerungen hängen. Nach dem Unfalltod ihres Mannes kam zu dem Schmerz und der Trauer über den Verlust auch noch die Unsicherheit über die finanzielle Zukunft der Familie hinzu. Die Angst, das Haus, das Auto und die drei Hunde zu verlieren, war extrem groß. „Es war ja zunächst nicht einmal klar, ob ich Witwenrente bekommen würde, da wir noch nicht zwölf Monate verheiratet waren“, erklärt Josephine Prestin. Aufgrund einer Einzelfallentscheidung wird diese jedoch seit dem Frühjahr dieses Jahres gezahlt.

Auch eine Spendenaktion des SPD-Ortsvereins Ludwigslust lässt die junge Mutter, die sich aktuell in Elternzeit befindet, wieder etwas unbeschwerter in die Zukunft blicken. Der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik hatte über seine Frau, die Kundin in dem Nagelstudio von Josephine Prestins Freundin ist, von dem schweren Schicksal der Familie erfahren. „Uns war klar, dass wir etwas unternehmen müssen, um ihr zu helfen und die Not etwas zu verkleinern“, so Friedriszik. Dabei war es allen Beteiligten, darunter auch dem Lions Club Ludwigslust, wichtig, der Familie nachhaltig zu helfen und vor allem die monatlichen Kosten zu reduzieren. Rund 4  700 Euro kamen bei der Spendenaktion für die Familie zusammen. Davon konnte bereits ein kleinerer Kredit bei einer Bank abgezahlt werden, der Rest ging direkt an Josephine Prestin. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass so viele Leute wirklich etwas machen würden. Viele reden ja nur, aber offensichtlich denken auch viele wirklich an uns. Dafür bin ich unendlich dankbar, denn es ist einfach nicht selbstverständlich“, so Josephine Prestin.

Doch nicht nur Hilfe und Unterstützung schlugen der Familie und den Helfern entgegen. „Ich musste mich leider mit vielen Anrufern auseinandersetzen, die kein Verständnis für unsere Aktion hatten. Aus den unterschiedlichsten Gründen“, erinnert sich Dirk Friedriszik. Für den Landtagsabgeordneten sei es unverständlich, wie Menschen in so einer Situation so unmenschlich reagieren können.

Heute ist der Alltag der Familie perfekt organisiert, damit alle Aufgaben und Pflichten erledigt werden und vor allem die beiden Kinder nicht zu kurz kommen. Dabei helfen auch die Eltern von Sirko Prestin, die gleich nebenan wohnen. Bereits ab September wird Sohn Ludwig Amon in die Krippe in Wöbbelin gehen. Genau wie seine Schwester Anna Lotta, die hier schon länger den Kindergarten besucht. „Und ich werde ab September wieder im Nagelstudio meiner Freundin Anne Schubring hier in Wöbbelin arbeiten“, so Josephine Prestin. So viel Normalität wie möglich, nach diesem schweren Schicksalsschlag.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen