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Ludwigsluster Schulen : Viele Anträge – kein Konzept

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stadtvertreter diskutieren in Ausschüssen über Ausstattung der Bildungseinrichtungen / Gesamtlösung fehlt, wird aber dringend gefordert

von
erstellt am 24.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Nicht von ungefähr hat es in Ludwigslust gerade eine Bildungskonferenz gegeben. Die Stadt braucht einen Wegweiser, wo es mit ihren Grundschulen in den nächsten Jahren weiter lang geht. Das ist in den letzten Tagen wieder deutlich geworden: Die Fritz-Reuter-Schule möchte Räume vergrößern, um die Qualität des Lernens zu erhöhen. Die SPD-Stadtfraktion hat einen Antrag zur nächsten Stadtver-tretersitzung am 5. April eingereicht. Darin geht es um eine tragfähige Zukunftsplanung für die Grundschule Techentin. Um die Schule in Kummer ist es dagegen im Moment eher ruhig.

Wenn es um die Entwicklung der Ludwigsluster Schullandschaft geht, schweift der bange Blick der Verantwortlichen momentan nach Hamburg. Am dortigen Sitz des katholischen Erzbischofs steht eine Entscheidung an: Erhält die in Trägerschaft der Bernostiftung befindliche Edith-Stein-Schule ihren dringend benötigten Neubau? Sicher ist das keinesfalls, denn Erzbischof Stefan Heße hatte bereits Ende letzten Jahres keinen Zweifel an einer nötigen Kehrtwende gelassen: 20 Millionen Euro pro Jahr muss das Erzbistum sparen.

Das ist momentan das Umfeld, in dem die Kommunalpolitik Entscheidungen treffen muss. In dieser Woche warb Cornelia Schubring, Schulleiterin der Fritz-Reuter-Schule, im Finanzausschuss der Ludwigsluster Stadtvertretung für eine überplanmäßige Ausgabe zur Vergrößerung von Räumen in der Kanalstraße. Ihre Begründung: Die Schülerzahl wird im kommenden Jahr von 222 auf 242 steigen. Davon sind rund 100 mit Migrationshintergrund. „Wir müssen vom Frontalunterricht weg und zu neuen Lernmethoden hinkommen“, so die Schulleiterin, die dabei auch berücksichtigen muss, dass aktuell Lehrerstellen fehlen. Als Kosten werden rund 115 000 Euro veranschlagt.

Die Finanzausschussmitglieder konnten sich für dieses Vorhaben nicht erwärmen. Sie empfehlen, das Ansinnen abzulehnen. Zuvor hatte bereits der Ausschuss für Bildung und Soziales die Beschlussvorlage an die Verwaltung zurückgereicht. Ausschussmitglied Frank Engel (Alternative für Ludwigslust): „Wir brauchen eine Gesamtlösung für Ludwigslust und müssen wissen, wohin die Reise insgesamt in den nächsten Jahren gehen soll. Zunächst einmal muss abgewartet werden, was mit der Edith-Stein-Schule weiter wird“, so Engel. Auch Finanzausschussmitglied Carina Schwarz (SPD) sprach sich für ein Gesamtkonzept aus.

Die Grundschule Techentin harrt ebenfalls auf Lösungen. Nach dem Willen der SPD-Stadtfraktion soll der Bürgermeister eine beschlussreife Planung vorlegen, einschließlich der zu erwartenden Kosten für bauliche Veränderungen, in der der erhöhte Bedarf an Schul- und Hortplätzen in den kommenden Jahren berücksichtigt wird. „In den kommenden Jahren wird sich die Anzahl der Schüler, bedingt durch die Schaffung von neuen Baugebieten, Geburtenzahlen, Zuzug von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund, erhöhen“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Detlef Müller. Über einen entsprechenden Beschlussantrag wird die Stadtvertretung am 5. April entscheiden müssen.

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