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Ludwigsluster Tageblatt

14. Dezember 2017 | 23:59 Uhr

Vielank : Vielanker ploppt auch in Dänemark

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Brauerei hat Produktion in sieben Jahren vervierfacht / Neue Lagerhalle seit Dezember / Größere Gär- und Lagertanks kommen im Sommer

svz.de von
erstellt am 16.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Süß, frisch, prickelnd. Die Vielanker Cola hat ihre Fans gefunden. Auf Foren im Internet schwärmen Cola-Experten vom „rauchigen Aroma“ oder vom „Duft nach Süßholz und reifer Orange“. „Was nur macht Ihr da rein? Warum schmeckt sie so anders?“, wollen die Gäste wissen, wenn sie oben im Lokal trinken oder sich unten im Keller von Braumeister Daniel Schmidt durch die Produktionsanlage führen lassen. Der aber lächelt nur und schweigt. Rezepte sind Geheimsache. Nur so viel will er sagen: „Wir sind sehr wählerisch bei den Rohstoffen. Natürlichkeit hat Priorität.“ Das betrifft auch die Limonaden und Fassbrausen. „Wo vorn eine Frucht drauf ist, muss auch eine Frucht drin sein.“

Im Keller vom Vielanker Brauhaus ist es warm und feucht. Dietmar Talpa versorgt die „Leergutinspiziermaschine“ mit leeren Flaschen. Acht Kameras beleuchten die gewaschenen Flaschen aus allen Perspektiven, bevor sie auf dem Nachbar-Fließband wieder mit Blaubeer-Fassbrause gefüllt und dem „Plopp“-Bügelverschluss geschlossen werden. 2000 Flaschen pro Stunde ruckeln über das Band. „Blaubeere ist unser Dauerbrenner“, sagt Schmidt. Seine acht Sorten Limonaden und Fassbrausen vertreibt das Brauhaus heute vor allem in Norddeutschland. Dazu kommen vier Biersorten und saisonale Biere, wie Winterbock und Maibock. Die Produktion hat sich in den letzten sieben Jahren mehr als vervierfacht. Von 2008 Hektoliter auf 9600. Die Abnehmer kommen aus ganz Norddeutschland. Spediteure fahren das „Vielanker“ heute schon bis nach Dänemark. Kunden aus Bayern oder Sachsen bestellen im Internet. Manche kommen sogar mit ihrem Auto vorgefahren und laden die Kisten bis hoch unters Dach. „Wir treiben die Produktion nicht voran, sondern reagieren auf Nachfrage“, sagt Daniel Schmidt. Das war schon früher so: Als Anfang 2000 Vielanks Dorfbewohner plötzlich mit ihren Milchkannen und anderen Behältern in langen Warteschlangen auf der Kellertreppe standen, um sich Bier abzufüllen und die zwei Braukessel im Gastraum nicht mehr hinterherkamen, entschied man sich für neue größere. Und als 2014 der Lagerraum im alten Konsum für die Getränkekisten nicht mehr ausreichte, bekam die Brauerei eine 1000 Quadratmeter große Lagerhalle. Zwei Mio Euro hat das Unternehmen in den letzten 18 Monaten investiert. Dieses Jahr sollen größere Gär- und Lagertanks hinzukommen.

Bei allem Erfolg steht das kleine Unternehmen mit seinen 60 Mitarbeitern weiter zu seinem Motto: „Mit Herz, Hand und ganz viel Liebe.“

Die große Nachfrage werde nichts an der Qualität ändern, meint Schmidt. Das Bier müsse reifen und die Limo schmecken. Die Produkte sollen klein, fein und exklusiv bleiben.

Dass es da die Cola überhaupt ins Sortiment schaffte, hat die Brauerei ihren Restaurantgästen zu verdanken. „Wir haben anfangs Cola und Zitronenlimo nur für den Ausschank produziert. Damit wir Radler und Spezi zum Essen anbieten können“, sagt Anja Rabe von der Geschäftsleitung. „Die Gäste wollten die Cola dann irgendwann mit nach Hause nehmen. Und zwar in Flaschen. Damit es auch zu Hause ploppt.“

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