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Linken-Kreisverband Südwestmecklenburg : Viel Selbstkritik und Wahlkampf-Auftakt

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Die Linken-Delegierten haben auf ihrem Kreisparteitag am Sonnabend in Ludwigslust heftige Selbstkritik geübt. Der Appell: Die Kräfte bündeln und sich für den Bundeswahlkampf 2013 rüsten.

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erstellt am 03.Dez.2012 | 11:21 Uhr

Ludwigslust | Der Bundeswahlkampf 2013 hat Sonnabend den Linken-Kreisverband Südwestmecklenburg erreicht. Mit dem Willen, Kräfte und Geld für den Wahlkampf zu bündeln, um weit jenseits der Fünf-Prozent-Hürde zu landen, lauteten die weiteren Ziele des Kreisverbandes, die soziale Gerechtigkeit glaubwürdig den Bürgern zu vermitteln und interne Schuldzuweisungen ad acta zu legen. Damit starteten Sonnabend 65 Delegierte für die insgesamt 568 Mitglieder in der Aula der Berufsschule Ludwigslust in das Wahlkampfjahr 2013.

Inhaltlich blieben alle Redner den Zielen der Bundes-Linken treu. Auch Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn warb um mehr "Wir-Gefühl". Höhn: "Wir werden inhaltlich beobachtet, deshalb dürfen wir nicht nur drei kluge Köpfe in Berlin die Arbeit machen lassen." Er warnte im gleichen Atemzug vor internen Reibereien: "Wir kennen unsere Fehler, müssen zukünftig weg von Schuldzuweisungen, müssen durch konstruktive Lösungen überzeugen." Als öffentlich wirkende Plattform für die noch fünf ausstehenden Bundes-, Länder- und Kommunalwahlkämpfe sieht Köhn das Engagement für Sozialverträglichkeit, wobei er die Kosten für Mieten, Energie und Gesundheit ansprach. Sein Ziel: "Nicht regieren, sondern mitregieren".

Zum Kreisverband zählt auch Bundestagsmitglied Dr. Dietmar Bartsch, der die Linken zu mehr Selbstbewusstsein aufforderte. "Praxisgebühr, Finanzstrukturgesetz, Abzug aus Afghanistan: Wir waren die ersten, die das forderten." Der ehemalige Linken-Bundesgeschäftsführer mahnte unverblümt vor einem Mitgliederentscheid 2013. "Stützt die auf dem Landesparteitag neu gewählte Spitze. Alles andere ist absurd. Probleme müssen vertagt werden", appellierte der Bundespolitiker und erntete Applaus. "Wir haben eine Aufgabe. Die lautet, die fast 30 Prozent von 2009 zu verteidigen." Bartsch meinte damit, die 28,5 Prozent an Erststimmen im Bundestagswahlkreis Schwerin-Ludwigslust (Anm. d. Red.).

Dass der politische Alltag nach dem Landesparteitag im vergangenen November auch im Kreisverband immer noch nicht eingekehrt ist, das ärgert den Kreisvorsitzenden Marko Schmidt. Auf dem Kreisparteitag kritisierte er, "dass die unsäglichen Selbstverwirklichungen von Gruppen und Personen schaden. So sind wir nicht wählbar." Er forderte Basisarbeit, so eine neue Zeit einzuläuten, die Politik an den Bedürfnissen auszurichten.

Gleichzeitig legte die Versammlung am Sonnabend die 14 Delegierten fest, die zur Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl entsandt werden. Nachmittags folgte die Berufung der zwölf Wahlkreisdelegierten zur Vertreterversammlung am 18. Januar in Schwerin.

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