Ludwigsluster Brückendrama : Verwirrung um vergessenes Haltestellenschild

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Der Ärger, der sich um die immer noch nicht voll funktionstüchtige Fußgängerquerung über die Bahn rankt, macht den Ludwigslustern zu schaffen. Anwohner sind genervt, weil sie schlecht ins Stadtzentrum kommen.

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05. März 2013, 07:44 Uhr

ludwigslust | Der Ärger, der sich um die immer noch nicht voll funktionstüchtige Fußgängerquerung über die Bahn rankt, macht den Ludwigslustern zu schaffen. Insbesondere Bewohner der Vogelgegend im östlichen Teil der Stadt sind überhaupt nicht mehr amüsiert, weil sie schlecht ins Stadtzentrum kommen. Zum Beispiel Ingrid Reinhold aus dem Amselweg. Für sie gestaltet sich eine simple Fahrt in die Innenstadt zum nahezu Unmöglichen. Verhältnismäßig kurz wäre ihr Weg bis zur Haltestelle in der Neustädter, Ecke Paschenstraße. Dort aber fährt laut Aushang nur ein Bus in die Stadt - um 7.24 Uhr.

Fahrt in gähnende Leere

Dann herrscht in Ludwigslusts City aber noch gähnende Leere. Für zusätzliche Verwirrung sorgt ein Schild auf der anderen Seite der Bahnschienen am Stift Bethlehem. Dort sind mehr Busverbindungen in die Stadt avisiert. Wer sich darauf verlässt, dürfte sich allerdings die Beine in den Bauch stehen. Eine Nachfrage in der Stadtverwaltung ergab, dass das Schild noch von dem seit Anfang des Jahres eingestellten Shuttle-Verkehr her rührt und durch die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft längst abgenommen sein sollte. Immerhin gibt es die Absicht, in Zusammenarbeit mit der LVG noch zwei weitere Busverbindungen ab Paschenstraße einzurichten. Wann es losgeht, ist offen. Der SPD-Stadtfraktionschef Detlef Müller, an den Frau Reinhold sich um Hilfe gewandt hat, bestätigte am Dienstag jedenfalls dieses Vorhaben.

Bis dahin nimmt das Drama seinen Lauf. Die unendliche Geschichte um die Fertigstellung der Fußgängerbrücke nervt auch die Stadtvertreter zunehmend. Bürgermeister Reinhard Mach sah sich auf der letzten Sitzung der Stadtvertretung in der vergangenen Woche drängenden Fragen ausgesetzt. Die Aufzüge an der Brücke funktionieren nämlich immer noch nicht. Während der Tüv-Abnahme im Januar überstand der Motor des Fahrstuhls auf der Seite Paschenstraße die Volllastprüfung nicht. Er ging kaputt und musste ausgebaut werden. Ein Lager ist defekt. Die Reparatur soll in dieser oder in der nächsten Woche abgeschlossen sein. Dem Stadtvertreter Torsten Hinrichs platzt bald der Kragen. "Wie kann es sein, dass eine solche Reparatur Wochen lang dauert", grummelt er. Außerdem ist die Fahrradführrinne offenbar auch nicht das Gelbe vom Ei. Ein deutlicher Hinweis auf Beanstandungen, wenn die Brücke dann irgendwann abgenommen wird. Immer lauter wird die Forderung nach Vertragsstrafe, die die Stadt beanspruchen soll - und auch will, wie es heißt. Von 100 000 Euro ist dabei die Rede. Die unendliche Geschichte geht weiter.

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